Kogler: "Ich halte die Aufregung für künstlich"

04. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) spricht im Interview mit PULS-24-Anchor Werner Sejka über die Kritik an der Corona-Ampel und verteidigt die Maßnahmen der Regierung.

"Der Kollege in Linz hat die Rechtslage nicht richtig internalisiert", sagt Vizekanzler Werner Kogler (Grüner) zur Kritik an der Corona-Ampel im Interview auf PULS 24 mit Anchor Werner Sejka. Kogler hält die Aufregung für "künstlich".

Es gebe laut Kogler auch viele positive Reaktionen. Die Ampel mache es möglich, regional eingreifen zu können. "Wenn das Einzelnen nicht so gefällt, wird man damit in der Bundesregierung leben können", sagt der Vizekanzler.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger hatte die Gelbfärbung in Linz als "absolut nicht nachvollziehbar" bezeichnet und angekündigt, die entsprechenden Verschärfungen nicht durchführen zu wollen. Der Verfassungsdienst hat klargestellt, dass Verordnungen seitens der Gemeinden und Länder einzuhalten sind.

Luger kritisiert Corona-Ampel im PULS 24 Interview

Kritik an regionalen Gesundheitsbehörden

"Es wäre verrückt, wenn wir in ganz Österreich dieselben Maßnahmen durchführen würden", sagt Kogler. Mit der Ampel könne man differenzieren. Dort, wo eine geringere Gefährdungslage sei, könne auch mehr stattfinden.

Wichtig sei jetzt vielmehr, die Geschwindigkeit bei den Tests zu erhöhen und das Contact-Tracing zu verbessern. "Was wir wirklich brauchen ist, dass die Gesundheitsbehörden, die auf Bezirks- und Landesebene angesiedelt sind, auch die entsprechenden Geschwindigkeiten einhalten", sagt Kogler.

Er ortet Beschwerden, weil es von der Identifizierung eines Verdachtsfalls bis zum Test und zur Nachverfolgung der Kontakte zu lange dauere. Kogler sieht die Aufgabe bei den Bezirken und Ländern in dem Bereich zu investieren.

Rot werden "wir nie erreichen"

Für eine rote Schaltung müsse es ein "dramatisches Infektionsgeschehen geben" und dafür werde es entsprechende Gründe geben. Rot bedeute aber nicht gleich einen flächendeckenden Lock-Down, es gehe vielmehr darum, flexibel reagieren zu können.

Kogler glaubt allerdings nicht, dass es zu einer roten Schaltung kommen werde. "Meine Prognose ist, dass wir das nie erreichen werden", sagt er.

Sportveranstaltungen mit 10.000 Besuchern

Bei Sportveranstaltungen und Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen sind bei Ampelfarbe Grün 10.000 Besucher zugelassen. Die Veranstalter brauchen dafür entsprechende Konzepte. "Das wird bis 1.Oktober (Anm.: Gesetzesnovelle tritt dann in Kraft) gut funktionieren", sagt Kogler.

"Wenn sich die Situation verschlechtert, müssen wir reagieren", sagt Kogler. Bei Gelb wird die Besucherobergrenze auf 5.000 heruntergeschraubt werden. "Ein bisserl was muss uns der Gesundheitsschutz schon Wert sein", sagt der Vizekanzler.

Kogler glaubt, dass die Corona-Ampel international zum Vorbild werden wird. Es sei die einzige Ampel, bei der verschiedene Kriterien in die Beurteilung einfließen würden.

 

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Quelle: Redaktion / spe