APA - Austria Presse Agentur

Kinder von Innenminister Nehammer wurden bedroht

03. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Ein Mann hat die Kinder von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bedroht. Bei seiner Einvernahme gestand er die Drohungen. Er wurde mit einem Waffenverbot belegt.

Die Familie von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sieht sich mit Drohungen konfrontiert: Ein Mann mit einer Waffenbesitzkarte für eine Pistole hat Nehammer laut seinem Büro per E-Mail bedroht, er solle auf seine Kinder aufpassen. Der Verfassungsschutz hat den Mann ausgeforscht. Bei seiner Einvernahme Mittwochnachmittag habe sich der Verdächtige geständig gezeigt. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt und mit einem Waffenverbot belegt, hieß es gegenüber der "APA".

Aufgrund der Gefährdungseinschätzung gebe es nach wie vor umfangreichen Personenschutz für die Familie des Ministers, hieß es aus dessen Büro. Nehammer ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Nicht zulassen, dass Wenige den Diskurs im Land vergiften

ÖVP-Generalsekretär Axel Melchior appellierte im Namen der Volkspartei an alle politischen Kräfte in Österreich, es nicht zuzulassen, dass einige Wenige den politischen Diskurs in unserem Land vergiften. "Während es unterschiedliche politische Ansichten in unserem Land gibt, dürfen wir es als Gesellschaft keinesfalls hinnehmen, wenn mittels Gewaltandrohungen gegen die Familie versucht wird, Politiker einzuschüchtern. Wir alle sind gefordert, einen fairen Umgang miteinander - über alle Parteigrenzen hinweg - zu pflegen und politische Debatten im geeigneten Rahmen stattfinden zu lassen", so Melchior.

FPÖ-Misstrauensantrag gegen Nehammer

Der Innenminister sieht sich nach den Abschiebungen von Schülerinnen und den Vorfällen am vergangenen Sonntag, als sich Tausende Menschen über das Demonstrationsverbot in Wien hinwegsetzten, mit Kritik konfrontiert. Der freiheitliche Klubobmann Herbert Kickl hat deshalb angekündigt einen Misstrauensantrag gegen Nehammer bei der Sitzung des Nationalrats am Donnerstag einzubringen.

Quelle: Agenturen / apb