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Kiew schließt Waffenruhe derzeit aus

23. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Die Ukraine schließt einen sofortigen Waffenstillstand mit Russland aus und ist nicht dazu bereit, der Regierung in Moskau territoriale Zugeständnisse zu machen. "Der Krieg muss mit der vollständigen Wiederherstellung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine enden", schrieb der Stabschef des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. Bei einem russischen Angriff auf eine Kaserne im Norden des Landes musste die Ukraine die bisher schwersten Verluste hinnehmen.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurden bei einem Raketenbeschuss in Desna in der Region Tschernihiw vergangene Woche 87 Menschen getötet. Die ukrainischen Rettungsdienste hatten am Dienstag vergangener Woche von acht Toten gesprochen. Am Montag heulten wieder in der gesamten Ukraine Warnsirenen, die russischen Streitkräfte setzten ihre Offensive im Osten und Süden des Landes fort. Vor allem im Donbass und dem Gebiet der Stadt Mykolajiw im Süden tobten zum Teil heftige Kämpfe.

Die heftigsten Gefechte lieferten sich beide Seiten zuletzt im Gebiet der Zwillingsstädte Sewerodonezk und Lyssytschansk nordwestlich von Luhansk, wie ein Berater des Innenministeriums sagte. Die russischen Truppen versuchen bereits seit Mitte April, die Reihen hier zu schließen und die ukrainischen Verbände einzukesseln. Serhij Hajdaj, der Gouverneur von Luhansk, sagte im TV, die russischen Truppen verfolgten eine Taktik der "verbrannten Erde". Sie wollten Sewerodonezk "auslöschen".

Bei den Kämpfen in der Ostukraine selbst gab es nach Angaben des Generalstabs wenig Veränderungen: Im Norden von Charkiw versuchten die Russen ihre Positionen zu verteidigen, weiter südlich bereiteten sie eine neue Offensive gegen die Großstadt Slowjansk vor. In den umkämpften Regionen Donezk und Luhansk wurde nach Darstellung des ukrainischen Netzbetreibers die Gasversorgung ausgesetzt. Die Haupt-Erdgas-Pipeline in die Region sei durch russischen Beschuss beschädigt worden, hieß es.

Wie die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa der "Washington Post" erzählte, geht Kiew mehr als 13.000 mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechen nach. Dies sei der gegenwärtige Stand, so die Juristin.

Quelle: Agenturen