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Kanzleramt und Ministerien beschäftigen 500 PR-Kräfte

Heute, 14:37 · Lesedauer 2 min

Fast 500 Personen sind im Bundeskanzleramt und den Bundesministerien im weiteren Sinn mit Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte "Standard"-Recherche. Zählt man Landesregierungen und größere Städte hinzu, erhöht sich die Zahl auf etwas unter 1.000. Die Erhebung erfolgte mit Blick auf eine immer kleiner werdende Zahl an Journalistinnen und Journalisten, die auf zumindest gefühlt zusehends hochgerüstete PR-Abteilungen treffen.

Medienexperte Andy Kaltenbrunner, der mit dem Medienhaus Wien wiederholt eine Gesamterhebung zu hauptberuflich tätigen Journalisten durchführte, sagte im Vorjahr, dass sich die Anzahl der journalistischen Stellen seit der Jahrtausendwende um ein Drittel reduziert habe und mittlerweile bei deutlich unter 5.000 Personen liege. Zahlreiche der gekündigten Journalisten wechseln aus Mangel an Jobs die Branche - manche gehen in die PR.

"Österreichs Journalismus mit immer weniger Personal muss immer steiler bergauf laufen am Berg der Öffentlichkeitsarbeit von Behörden und Ministerien", meinte Kaltenbrunner nun gegenüber dem "Standard". Die Frage sei, wie der Personalzuwachs in Behörden und Ministerien gelebt werde, so der Medienhaus-Wien-Geschäftsführer. Es könne sinnvoll sein, wenn öffentliche Kommunikationsmitarbeiter mehr direkte Infos und Service für Bürger anbieten. "Wir haben aber auch immer wieder erlebt, wie PR- und Presseabteilungen zur besseren politischen Message Control und Beeinflussung der unabhängigen Newsrooms sehr offensiv eingesetzt werden", warnte der Medienexperte.

Der "Standard" stützte sich für seine Erhebung auf Eigenangaben der angefragten Stellen und eine teilweise eigenständige Zählung. Nicht berücksichtigt wurden Kommunikationsaufträge an externe Agenturen oder Berater. Da nicht alle angefragten Stellen umfassend antworteten, handle es sich bei der ersten PR-Job-Erhebung im öffentlichen Bereich um einen groben Überblick, betonte die Tageszeitung.

Zusammenfassung
  • Im Bundeskanzleramt und in den Bundesministerien sind fast 500 Personen mit Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, wie eine Recherche des 'Standard' ergab.
  • Zählt man die PR-Kräfte in Landesregierungen und größeren Städten hinzu, kommt man auf knapp unter 1.000 Beschäftigte im öffentlichen Sektor.
  • Die Zahl der hauptberuflichen Journalisten in Österreich ist seit der Jahrtausendwende um ein Drittel gesunken und liegt laut Medienexperte Andy Kaltenbrunner mittlerweile deutlich unter 5.000.