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Erwin Angerer: Auf der Suche nach Glück im ehemaligen FPÖ-Eldorado

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Der Bürgermeister von Mühldorf wechselt nach Jahren im Nationalrat in Kärntner Landespolitik.

"Wer is da Erwin?" Diese Frage ließ die Kärntner FPÖ vor einem Jahr plakatieren. Es hätte wohl keinen besseren Hinweis darauf geben können, dass man selbst in der Partei der Meinung ist, in Sachen Bekanntheit ihres Landesparteichefs könnte es Luft nach oben geben. Erwin Angerer, seit 20 Jahren Bürgermeister von Mühldorf, kehrt nun nach Jahren im Nationalrat fix nach Kärnten zurück und möchte vom Aufwind für seine Partei im Bund auch im ehemaligen FPÖ-Kernland profitieren.

FPÖ-Spitzenkandidat Erwin AngererAPA/Martin Hirsch/pel/ton

Vom Schock 2013, als die Freiheitlichen in Kärnten Landeshauptmannposten und einen Großteil ihrer Mandate verloren sowie in Opposition wechseln mussten, hat sich die Partei augenscheinlich noch nicht zu 100 Prozent erholt. Nach den Parteiobmännern Christian Ragger und Gernot Darmann schickt die FPÖ nun Angerer vor. Der 58-Jährige, im gelernten Beruf Techniker, ist in der Kommunalpolitik stark verwurzelt. 1992 wurde er Gemeinderat in Mühldorf, der Heimat der früheren freiheitlichen Politiker Uwe und Kurt Scheuch, elf Jahre später folgte der Sprung auf den Bürgermeistersessel, den Angerer seitdem nicht mehr verlassen hat. Über die Grenzen Mühldorfs hinaus führte Angerers Weg - nach einem kurzen Intermezzo als geschäftsführender Bezirksparteiobmann der FPÖ Spittal an der Drau - in den Nationalrat. Hier ist Angerer seit Sommer 2014 Abgeordneter und seit 2016 Klubobmann-Stellvertreter der Freiheitlichen.

Posten mit Ablaufdatum

Zwei Posten mit Ablaufdatum, denn mit der nächsten Wahl wird Angerer fix nach Kärnten wechseln, beteuerte der FPÖ-Spitzenkandidat. Dass es so einer Klarstellung bedurfte, hat er sich selbst zuzuschreiben. In einem Interview hatte er zuvor nämlich auf eine entsprechende Frage geantwortet, ob er auch in Oppositionsrolle in den Landtag wechseln würde, das müsse man erst "beraten und gemeinsam entscheiden". Angerer hat aktuell keine Funktion im Landesparlament, was durchaus als Schwäche für den Wahlkampf gelten kann. Dem versucht die Partei entgegenzuwirken, indem Angerer bei regelmäßig stattfindenden Presseterminen in Doppelkonferenz mit Klubobmann Darmann vor die Journalisten tritt.

Was das Tagesgeschäft angeht, unterscheidet sich Angerer nicht in den Inhalten, sehr wohl aber im Stil von der Opposition auf Bundesebene: Allzu deftige Wortwahl oder schäumende Ausfälligkeiten sind nicht seine Sache, Angerer wirkt auch bei heißen Themen fast zurückhaltend. Nicht im Inhalt, wie gesagt: Sofortiger Asylstopp, Abschiebung von Kriminellen, kein "Gender-Wahnsinn" und höhere Sozialleistungen wegen der Teuerung sind nur einige der Bundesthemen, die Angerers FPÖ auf Kärnten herunterbricht. Zuletzt wurde noch einmal deutlich, dass die FPÖ sehr wohl gerne wieder (mit)regieren möchte. Etwa als sie sich der SPÖ als Mehrheitsbeschaffer in Sachen Flughafen Klagenfurt anbot, für den Fall, dass es mit Koalitionspartner ÖVP Schwierigkeiten geben sollte.

Die Kärntner FPÖ scheint jedenfalls hinter dem jagdbegeisterten Angerer, der sich gerne bodenständig gibt, zu stehen: Im Herbst 2021 wurde er offiziell zum Landesparteiobmann gewählt - mit 95,75 Prozent der Delegiertenstimmen.

Zur Person

Erwin Angerer, geboren am 30.12.1964, verheiratet, zwei Kinder. Absolvent der Fachschule für Bautechnik an der HTL Villach (1983), danach in unterschiedlichen Unternehmen (EDV-)Techniker, Vertriebsleiter und Prokurist. Seit 1992 Gemeinderat in Mühldorf (Bezirk Spittal an der Drau), seit 2003 Bürgermeister der Gemeinde. Seit Juli 2014 Abgeordneter zum Nationalrat, seit 2016 Klubobmann-Stellvertreter des Freiheitlichen Parlamentsklubs. Seit 2. Oktober 2021 Landesparteiobmann der FPÖ Kärnten.

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  • Der Bürgermeister von Mühldorf wechselt nach Jahren im Nationalrat in Kärntner Landespolitik.

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