APA - Austria Presse Agentur

Johnson baut Kabinett um: Truss statt Raab im Außenministerium, drei weitere gehen

15. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Der britische Premierminister Boris Johnson bildet sein Kabinett um. Der bisherige Außenminister und Chefdiplomat Dominic Raab wechselt ins Justizministerium, seinen Job übernimmt die bisherige Handelsministerin Liz Truss. Ihre Posten räumen mussten zudem Bildungsminister Gavin Williamson, Justizminister Robert Buckland und Wohnungsbauminister Robert Jenrick.

Die neue Außenministerin Liz Truss gilt als Liebling der konservativen Basis. Die 46-Jährige machte sich einen Namen mit dem erfolgreichen Abschluss mehrerer internationaler Handelsabkommen nach dem Brexit.

Raab wird zum Stellvertreter Johnsons und zum Lord Chancellor berufen. Er stand in den vergangenen Wochen heftig in der Kritik, weil er während des überhasteten Abzugs der Alliierten aus Afghanistan im Urlaub war und erst spät nach Großbritannien zurückkehrte. Wer ihm als Außenminister nachfolgen soll, war zunächst unklar.

Keinen Wechsel gibt es an den Spitzen im Finanz- und Innenministerium. Schatzkanzler Rishi Sunak und Innenministerin Priti Patel bleiben im Amt. Auch für Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng, Verkehrsminister Grant Shapps und den Brexit-Beauftragten David Frost geht es wie gewohnt weiter.

Wechsel bei Bildung, Justiz und Wohnungsbau

Abtreten mussten aber der bisherige Bildungsminister Gavin Williamson, Justizminister Robert Buckland und Wohnungsbauminister Robert Jenrick.

Nachfolger Jenricks wird der langjährige Johnson-Verbündete Michael Gove, der sich vor allem um die vom Regierungschef versprochene Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen dem wohlhabenden Süden Englands und dem wirtschaftlich abgehängten Norden kümmern soll. Als gebürtiger Schotte ist er auch für das Thema Einheit des Königreichs zuständig. Für den vor allem wegen Planungsfehlern bei den Schulprüfungen in der Pandemie stark kritisierten Williamson rückt Nadhim Zahawi ins Kabinett, der bisher als Staatssekretär für die Corona-Impfkampagne verantwortlich war.

Es gehe darum, ein starkes und vereintes Team zusammenzustellen, um die Erholung von der Pandemie besser voranzutreiben, sagte der Sprecher.

Ein regelmäßiger Umbau des Kabinetts ist in Großbritannien üblich und gilt als Instrument für den Premierminister, um seine Autorität zu festigen. Boris Johnson hätte das - anders als seine Vorgängerin Theresa May, die eine Minderheitsregierung anführte - eigentlich nicht nötig. Seine konservative Tory-Partei verfügt über eine satte Mehrheit im Unterhaus. Allerdings wird vermutet, dass Johnson weiteren Spekulationen einen Riegel vorschieben wollte, damit die Debatte nicht den bevorstehenden Parteitag seiner Konservativen überschattet

Quelle: Agenturen