Joko und Klaas schenken Reichweite Iran-Aktivistinnen

26. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben bei ProSieben wieder 15 Minuten freie Sendezeit erspielt und sie diesmal genutzt, um auf die Proteste im Iran aufmerksam zu machen. Zudem löschten beide ihre Inhalte auf Instagram und übergaben ihre Accounts zwei Aktivistinnen.

Unter dem Motto "Iran Revolution" wurde am Mittwoch zur besten Sendezeit eine Viertelstunde lang auf Prosieben die politische Lage im Iran erklärt und auf die aktuellen Proteste eingegangen. 

"Haben keine Rechte über Körper"

Nach einem kurzen Beitrag, der die Geschehnisse im Iran zusammenfasst und einordnet, stellten die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zwei iranische Aktivistinnen vor, die von der Situation im Land erzählten.

"Wir haben keine Rechte über unseren eigenen Körper", erzählte die Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi den beiden im anschließenden Interview. Sie selbst musste wegen ihres Protestes gegen die Kleiderordnung im Iran drei Monate ins Gefängnis. Zudem drohte man der Frau ihr, ihre Tochter zu entziehen. Daher entschied sich Azam zur Flucht. "Meine Tochter und ich hätten getötet werden können", schilderte sie das Erlebte.

Auch Sarah Ramani kritisiert das Regime im Iran scharf. Um ihre Familie zu schützen, zeigte sie im Interview nicht ihr Gesicht - man sah nur einen leeren Stuhl. Ramani setzt sich auf Social Media dafür ein "der Wahrheit Gehör zu verschaffen", wie sie selbst erzählte. Ihren Account betreibt die Frau von einem geheimen Ort aus.

Joko und Klaas verschenken Reichweite

"Jeden Tag ändert sich so wahnsinnig viel", so Winterscheidt nach den kurzen Interviews. Damit die "Proteste wahrnehmbar bleiben", "schenkten" die Entertainer ihre Reichweite auf Instagram den beiden Frauen. Damit soll es den Aktivistinnen möglich sein, Informationen und Bilder einem breiteren Publikum präsentieren zu können.

Zum Abschluss des Beitrages konnten die Zuseher:innen beobachten, wie beide ihre Inhalte auf Instagram löschten und ihre Accounts Jangravi und Ramani übergaben. Denn ihre eigenen Inhalten seien "nicht viel wert gegenüber dem, was von beiden Damen gepostet werden muss", fügte Heufer-Umlauf abschließend an. 

Tod von Mahsa Amini als Auslöser

Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22-jährigen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem. Mehr als zehntausend Menschen wurden im Zusammenhang mit Protesten nach Angaben von Menschenrechtlern verhaftet, mindestens 240 getötet.

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Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea