APA/ROLAND SCHLAGER

Islamisierung und sexuelle Belästigung im OPEC Fund

11. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Diskriminierendes Verhalten, Mobbing sowie sexuelle Belästigungen sollen beim OPEC Fund für Entwicklungshilfe in Wien an der Tagesordnung stehen. Mitarbeiter:innen berichten zudem von einer "Islamisierung" innerhalb der Organisation.

Sieben (ehemalige) Mitarbeiterinnen berichten dem Nachrichtenmagazin "Profil" von einem toxischen Arbeitsumfeld innerhalb des Funds. Die Frauen beschreiben einen Alltag voller Mobbing, diskriminierendem Verhalten und sexuellen Übergriffen. Dies soll sich vor allem unter zunehmenden Einfluss von saudi-arabischen Führungskräften bzw. dem Einfluss Saudi-Arabiens im Fund generell verstärkt haben.

Toxisches Arbeitsumfeld

"Profil" berichtet unter anderem davon, dass homosexuelle Angestellte sich nicht trauen würden, sich zu outen. Nicht-Muslime sollen außerdem gegenüber Muslimen diskriminiert worden sein. Vor allem sollen Saudis – unabhängig der Qualifikationen – bevorzugt werden.

Frauen hätten mit sexueller Belästigung in unterschiedlichen Ausprägungen zu kämpfen: So gäbe es anzügliche Bemerkung, man würde im Lift angegrapscht werden oder würde pornografische Videos und Bilder zugesendet bekommen.

"Islamisierung" des Funds 

Zudem wird von einer Art "Islamisierung" in den letzten Jahren berichtet. So hat es wohl schon immer Gebetsräume für Muslime gegeben – diese wurden allerdings wenig benutzt. Mit neuen Führungskräften hätte sich dies allerdings geändert, nun würden auch Menschen beten, welche zuvor nicht viel von Religion gehalten haben. Auch mehr Frauen würden Kopftücher tragen als zuvor. Es gelte als "gern gesehen", wenn man gläubig ist.

Was ist der OPEC Fund

Beim OPEC Fund handelt es sich um eine Art Entwicklungsbank, welche Projekte in Schwellenländer mitfinanziert. Wie der Name vermuten lässt, wurde dieser 1976 von den Mitgliedsstaaten der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) gegründet. Allerdings agiert der Fund unabhängig von der Organisation – er verwaltet bis zu einer halbe Milliarden Euro.

Die meisten Führungskräfte sind mit einem Diplomat:innenstatus ausgestattet. Deswegen können weder die Gleichbehandlungskommission des Bundeskanzleramtes noch die Arbeiterkammer, das Arbeits- und Sozialgerichte oder andere Ermittlungsbehörden eingreifen.

Quelle: Redaktion / foj