APA - Austria Presse Agentur

Islam-Landkarte wieder mit Suchfunktion online

15. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Die höchst umstrittene Islam-Landkarte ist trotz Kritik von Seiten mehrerer Religionsgemeinschaften und der Grünen wieder online.

Die Seite war zuletzt knapp zwei Wochen nur eingeschränkt verfügbar. Sie war zwar nicht offline, die Suchfunktion aber außer Betrieb. Begründet wurde das von Projekt-Leiter Ednan Aslan von der Uni Wien mit dem Wechsel des IT-Betreibers. Nun kann auf islam-landkarte.at wieder eine Beschreibung der muslimischen Glaubenseinrichtungen abgerufen werden. Unter anderem wird angeführt, zu welchem Verein bzw. zu welcher Gemeinschaft eine Moschee zählt und wann sie gegründet wurde, teilweise mit Links zu den Social-Media-Seiten der Einrichtung und Angabe der Adresse.

Religionsgemeinschaften gegen Landkarte

Dem vorangegangen war Kritik nicht nur der muslimischen Community an der Karte, die Muslimische Jugend Österreich forderte ihre Löschung. Auch die evangelische Kirche wandte sich vehement gegen das Projekt. Wiens katholischer Erzbischof Christoph Schönborn sprach sich für einen Religionsatlas aus, der die Einrichtungen aller Konfessionen umfassen sollte. Nicht einsehbar war für ihn, warum gerade eine Religion herausgepickt worden sei.

In Schutz nahm das Projekt mit Vehemenz die ÖVP, allen voran die für den Kultusbereich zuständige Kanzleramtsministerin Susanne Raab, die sich gerade in die Babypause verabschiedet hat. Der Koalitionspartner, also die Grünen, hätte dagegen auf die Karte gut verzichten können.

Rechte nutzen Karte für "Warnschilder"

Auf die Debatte aufgesprungen waren auch Rechtsradikale, die "Warnschilder" in der Nähe von islamischen Einrichtungen aufgestellt hatten. Diese trugen die Aufschrift "Achtung! Politischer Islam in deiner Nähe." und verwiesen auf die Landkarte.

Überlegt worden war zwischenzeitlich, dass die Suchfunktion nur nach Registrierung genutzt werden kann. Dies ist zumindest vorerst nicht der Fall.

Quelle: Agenturen