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Iran: Todesurteil für britisch-iranischen Staatsbürger

11. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der Iran hat einen ehemaligen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums mit britisch-iranischer Staatsbürgerschaft wegen Spionage für Großbritannien zum Tode verurteilt.

Wie das Justizportal Misan am Mittwoch mitteilte, sei Alireza Akbari als einer der "wichtigsten Agenten für den britischen Geheimdienst" enttarnt worden. Das Urteil durch den Obersten Gerichtshof ist endgültig. Der Iran wirft Akbari vor, Staatsgeheimnisse verraten zu haben.

Großbritannien fordert Freilassung

Das britische Außenministerium erklärte, Priorität sei die möglichst schnelle Freilassung Akbaris. Dieser war 2019 festgenommen worden. Außenminister James Cleverly sagte am Freitag, die geplante Hinrichtung sei "politisch motiviert". "Der Iran muss die Hinrichtung des britisch-iranischen Staatsbürgers Alireza Akbari stoppen und ihn sofort freilassen", schrieb Cleverly auf Twitter. "Dies ist ein politisch motivierter Akt eines barbarischen Regimes, das das menschliche Leben völlig missachtet."

Machtkampf in Teheran?

Seit Tagen bereits kursierten Gerüchte in der iranischen Hauptstadt Teheran über die Identität eines inhaftierten Politikers, der als "Meisterspion" enttarnt worden sei. Berichten zufolge könnte der Fall aber auch auf einen internen Machtkampf in Teheran deuten.

Als hochrangiger Politiker im Verteidigungsministerium habe Akbari einen engen Draht zu Politikern gepflegt, die nach der jüngsten Protestwelle um Vermittlung und Versöhnung bemüht waren, berichtete das in Großbritannien ansässige Online-Medium "amwaj.media".

Immer wieder gibt es Berichte über Festnahmen, Verhaftungen und auch Hinrichtungen von Iranern, denen vorgeworfen wird, für ausländische Geheimdienste zu arbeiten, vor allem für den israelischen Mossad oder den US-Geheimdienst CIA. Die iranischen Angaben lassen sich gewöhnlich nicht unabhängig überprüfen. Sowohl die Verhaftungen als auch Gerichtsprozesse werden geheim gehalten.

Quelle: Agenturen / zeh