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Iran griff US-Botschaft in Saudi-Arabien mit Drohnen an

Heute, 06:56 · Lesedauer 5 min

Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ist mit zwei Drohnen angegriffen worden. Dabei sei ein begrenztes Feuer ausgebrochen und geringer Sachschaden verursacht worden, erklärte das saudi-arabische Verteidigungsministerium Dienstagfrüh. Die USA bestätigten dies. Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde "bald" Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Israel griff dem Militär zufolge derzeit parallel wieder in Teheran und Beirut an; der Iran wiederum Bahrain.

,,Meiden Sie die Botschaft bis auf weiteres aufgrund eines Angriffs auf das Gebäude", erklärte die US-Botschaft in Riad. Diese bleibe am Dienstag geschlossen. Die Botschaft rief US-Bürger in Riad, Jeddah und Dharan dazu auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.

Zuvor hatten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, Rauchwolken über der US-Botschaft aufsteigen gesehen und laute Explosionen gehört zu haben. Aus der saudi-arabischen Armee nahestehenden Kreisen erfuhr AFP, dass die saudi-arabische Luftverteidigung vier Drohnen abgefangen habe, die das diplomatische Viertel im Westen Riads angesteuert hätten. Später berichtete ein AFP-Reporter in Riad von neuen Explosionen im Zentrum der saudi-arabischen Hauptstadt. Die US-Botschaft in der jordanischen Hauptstadt Amman ist unterdessen nach eigenen Angaben wegen einer Bedrohung geräumt worden.

Die Angriffe in Saudi-Arabien erfolgten zeitgleich mit einer Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golf-Staaten abgefeuert wurden. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, das Land werde mit ballistischen Raketen aus dem Iran angegriffen. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe zwei ballistische Raketen abgefangen.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golf-Staaten sowie US-Einrichtungen in der Golf-Region an. Zuletzt riefen die USA ihre Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten auf.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Dienstagmorgen zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran geflogen. Die israelische Luftwaffe habe "gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah begonnen", erklärten die israelischen Streitkräfte unter Bezug auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.

Nach den neuen, israelischen Luftangriffen auf Beirut hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. "Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften" seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah am Dienstag. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.

Israelische Soldaten sind nach Angaben der Armee im Süden des Libanon im Einsatz. Es handle sich um ein taktisches Manöver entlang der gemeinsamen Grenze. Es sei nicht der Auftakt zu einer Offensive der Bodentruppen. Das israelische Militär hat in den vergangenen Tagen starke Kräfte an der Grenze zum Libanon zusammengezogen.

Explosionen in Teheran, Shiraz und Isfahan

Teheran wurde erneut von schweren Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen rund ein Dutzend Raketen ein, wie iranische Medien berichteten. In den Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Auf Videos in Sozialen Medien waren graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.

In der Nacht auf Dienstag hatte das israelische Militär erklärt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks IRIB im Norden der iranischen Hauptstadt Teheran "angegriffen und zerstört" zu haben. Kurz zuvor hatte das israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen. Am Dienstag waren auch in Shiraz im Südwesten des Iran und in Isfahan im Zentrum der Islamischen Republik Explosionen zu hören, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete.

Auch Iran greift wieder an

Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von iranischen Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen "groß angelegten Drohnen- und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Sheikh Isa in Bahrain" verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das "zentrale Kommandohauptquartier der Basis zerstört" worden.

Im omanischen Handelshafen Duqm wurde ein Treibstofftank von einer Drohne getroffen. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur am Dienstag unter Berufung auf ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Es seien keine Menschen verletzt worden.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen der USA

Das US-Außenministerium zieht angesichts des Iran-Krieges auch den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die "Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeiter der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen" angeordnet, erklärte das State Department in Washington am Dienstag im Onlinedienst X.

Auch die US-Botschaft des Golf-Staates Kuwait wurde "bis auf weiteres" geschlossen. "Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region" seien alle Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst geschlossen, erklärte die US-Botschaft in Kuwait im Onlinedienst X. Das Botschaftsgebäude war zuvor bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Rauch über dem Gebäude aufstieg.

Zusammenfassung
  • Die US-Botschaft in Riad wurde mit zwei Drohnen angegriffen, wodurch ein begrenztes Feuer und geringer Sachschaden entstanden.
  • Die USA bestätigten den Vorfall, Präsident Trump kündigte baldige Vergeltungsmaßnahmen an und die Botschaft in Riad bleibt vorerst geschlossen.
  • Parallel griffen iranische Kräfte mit Raketen und Drohnen mehrere Golf-Staaten an, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain.
  • Israel flog massive Luftangriffe auf Teheran und Beirut und zerstörte dabei unter anderem den Sitz des iranischen Staatsrundfunks.
  • Das US-Außenministerium ordnete die Evakuierung von Botschaftspersonal in mehreren Ländern an und schloss Botschaften unter anderem in Jordanien und Kuwait.