APA - Austria Presse Agentur

Irak sagt türkischen Ministerbesuch nach Drohnenangriff ab

12. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Nach dem Tod zweier irakischer Grenzoffiziere durch einen mutmaßlich türkischen Drohnenangriff hat der Irak einen ranghohen Besuch aus der Türkei kurzfristig abgesagt. Der eigentlich für Donnerstag geplante Besuch des türkischen Verteidigungsministers Hulusi Akar in Bagdad finde nicht statt, teilte das irakische Außenministerium am Mittwoch mit. Grund seien die "Aggressionen" der Türkei im Irak.

Nach dem Tod zweier irakischer Grenzoffiziere durch einen mutmaßlich türkischen Drohnenangriff hat der Irak einen ranghohen Besuch aus der Türkei kurzfristig abgesagt. Der eigentlich für Donnerstag geplante Besuch des türkischen Verteidigungsministers Hulusi Akar in Bagdad finde nicht statt, teilte das irakische Außenministerium am Mittwoch mit. Grund seien die "Aggressionen" der Türkei im Irak.

Auch der türkische Botschafter werde deshalb vorgeladen, hieß es aus Bagdad. Bei dem Angriff im Nordirak waren zwei ranghohe irakische Grenzoffiziere getötet worden. Nach Angaben des irakischen Militärs griff eine türkische Drohne im Norden von Erbil ein Militärfahrzeug an. Das türkische Verteidigungsministerium bestätigte lediglich Luftschläge gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK in der nordirakischen Region Metina. Dabei seien zwei PKK-Kämpfer getötet worden. Ob es sich um denselben Angriff handelte, war unklar.

Der Irak verurteilte den Angriff und drohte, die Zusammenarbeit mit der Türkei "auf verschiedenen Ebenen" zu überdenken. Die PKK hat in den schwer zugänglichen Kandil-Bergen im Nordirak ihr Hauptquartier. Sie gilt in der benachbarten Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation. Die Türkei und die PKK bekämpfen sich seit Jahrzehnten. Im Sommer 2015 war ein Waffenstillstand gescheitert. Seitdem fliegt das türkische Militär wieder regelmäßig Angriffe gegen die PKK im Nordirak und in der Südosttürkei.

Quelle: Agenturen