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Inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi verlegt

14. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist in ein neues Gefängnis verlegt worden. Mohammadi sei in eine Haftanstalt in Zanjan im Norden des Landes verlegt worden, teilte ihr in Paris lebender Ehemann Taghi Rahmani am Samstag im Onlinedienst X mit. Die Verlegung sei ohne Vorankündigung erfolgt. "Diese Maßnahme wurde getroffen, ohne dass ihre Familie oder ihr Anwalt informiert wurden", erklärte er.

Bisher hatte Mohammadi in einer Haftanstalt des Geheimdienstministeriums in Mashhad im Nordosten des Iran eingesessen. Dort dufte sie nur zwei Telefonate führen - eines mit ihrem im Iran lebenden Bruder und eines mit ihrem iranischen Anwalt. Im Februar trat sie eine Woche lang in einen Hungerstreik, um ihr Recht auf Telefonate einzufordern.

Ihr Umfeld sorgt sich um Mohammadis Gesundheit. Das norwegische Nobelpreiskomitee erklärte in dieser Woche, es sei "zutiefst entsetzt" angesichts von Berichten über eine "körperliche Misshandlung und anhaltende lebensbedrohliche Misshandlung" sowohl während ihrer Festnahme als auch in Haft.

Am 12. Dezember - also noch vor Beginn der neuen Protestwelle im Iran - war Mohammadi gemeinsam mit anderen Aktivisten in Mashhad festgenommen worden, nachdem sie bei einer Trauerfeier für einen zuvor tot aufgefundenen Anwalt eine Rede gehalten hatte.

Anfang Februar wurde Mohammadi von einem Gericht wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht und ihre beiden Kinder, die in Paris leben, seit 2015 nicht mehr gesehen.

2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.

Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen, nach Angaben ihrer Anwälte war ihr zuvor ein Tumor entfernt worden. Die Menschenrechtsaktivistin durfte den Iran nach eigenen Angaben aber nicht verlassen.

Zusammenfassung
  • Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi wurde ohne Vorankündigung in ein Gefängnis in Zanjan verlegt, ohne dass Familie oder Anwalt informiert wurden.
  • Das norwegische Nobelpreiskomitee zeigte sich "zutiefst entsetzt" über Berichte anhaltender und lebensbedrohlicher Misshandlung Mohammadis während ihrer Festnahme und Haft.
  • Anfang Februar wurde die 53-Jährige zu sechs Jahren Haft verurteilt, nachdem sie bereits einen Großteil der letzten zehn Jahre im Gefängnis verbracht hat.