In Dänemark beginnen nach der Wahl schwierige Sondierungen
Frederiksens Sozialdemokraten wurden zwar mit 21,9 Prozent der Stimmen erneut stärkste Partei, verloren aber zwölf Mandate und schnitten so schlecht ab wie zuletzt vor mehr als einem Jahrhundert. Auch ihren rechtsliberalen Koalitionspartner straften die Wähler ab: Die Partei Venstre von Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen erzielte mit 10,1 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. Am Mittwoch reichte Frederiksen den Rücktritt ihrer Regierung bei König Frederik X. ein.
Die Sozialdemokratin hat angekündigt, dennoch weiterregieren zu wollen - am liebsten in einer breiten Koalition mit den linken Parteien und ihrem bisherigen zweiten Regierungspartner, der Mitte-Partei Moderaterne des früheren Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen. Um deren Mandate buhlen aber auch die bürgerlich-konservativen Parteien.
Verhandlungen zwischen den Linken und den Moderaten dürften schwierig werden. "Es ist ein langer Weg zwischen uns und Lars Løkke, aber wir sind es den Dänen schuldig", sagte Enhedslisten-Chef Dragsted am Freitagmorgen. Zuvor hatte er klargestellt, dass etwa Steuererleichterungen für Unternehmen mit seiner Partei nicht infrage kämen.
Frederiksen will sich am Freitag auch mit den Vertretern anderer Parteien treffen, um über eine mögliche Regierungsbildung zu sprechen. Unter anderem hat sie die nach der Wahl zweitstärkste Partei im Parlament, die sozialistische Volkspartei (SF), Løkke Rasmussens Moderaterne sowie die Konservativen zu Sondierungen eingeladen. Für das Wochenende sowie die nächste Woche sind weitere Treffen geplant.
Zusammenfassung
- Nach der Parlamentswahl in Dänemark am Dienstag konnte kein politisches Lager eine klare Mehrheit erzielen, sodass die Gespräche über eine neue Regierungsbildung begonnen haben.
- Die Sozialdemokraten von Mette Frederiksen wurden mit 21,9 Prozent zwar stärkste Partei, verloren aber zwölf Mandate und reichten am Mittwoch den Rücktritt der Regierung bei König Frederik X. ein.
