Immer mehr Unis setzen auf 2G

27. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

Nach der Uni Klagenfurt hat auch die Wiener Wirtschaftsuni angekündigt, künftig die 2G-Regel umzusetzen. Und auch unter den 16 Privatuniversitäten wird 2G zumindest bei Neueinschreibungen zum Thema.

An der Kärntner Uni haben bereits seit Mitte November nur noch Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Impf- oder Genesungszertifikat Zutritt, mit dem im März beginnenden Sommersemester wird die WU nachziehen. An der Wirtschaftsuni (WU) sollen im Gegenzug zur Einführung der 2G-Regel ab diesem Zeitpunkt alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen in Präsenz stattfinden. Für Ungeimpfte wird es keine Kompensationen oder Online-Angebote geben, nur die Möglichkeit semesterweiser Beurlaubung.

"Ziehen Impfgesetz weiter"

Für Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der WU, sei diese Maßnahme die "logische" Konsequenz auf die bevorstehende Impfpflicht, wie sie im PULS 24 Interview erklärt. Ungeimpfte würden ihr Studium "natürlich zu Ende bringen können, wenn sie sich impfen lassen", so die Rektorin. Die WU würde hier nur das Impfgesetz weiterziehen, denn ab Februar sei es "nationale Pflicht sich impfen zu lassen".

PULS 24 Reporter Christoph Isaac Krammer berichtet von der Wirtschaftsuniversität in Wien.

Bei der Gruppe der Ungeimpften an der WU handle es sich laut Hanappi-Egger "ohnehin um eine kleine Gruppe". Eine Impfdatenerhebung der WU aus dem vergangenen Herbst hätte gezeigt, dass über 97 Prozent der WU-Angehörigen und über 90 Prozent der Studierenden geimpft sein.

FPÖ-Kritik sei "nicht überraschend"

FPÖ-Chef Herbert Kickl forderte als Reaktion per Aussendung die Abberufung von Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger. "Diesen jungen Menschen, die mit einem Studium den Beginn ihrer beruflichen Karriere starten, durch diese sinnlose 2G-Regel einen Prügel zwischen die Beine zu werfen, ist absolut inakzeptabel." Für Hanappi-Egger kam diese Kritik nicht überraschend, wie sie im PULS 24 Interview verrät. "Natürlich war klar, dass es aus dieser Ecke viel Kritik geben wird", so die WU-Rektorin. Auf die Frage, was sie denn Kickl an dieser Stelle entgegen bringen wolle, antwortete sie nur: "Ich glaube, da erübrigt sich jeder weitere Kommentar".

Auch die FPÖ-nahe Studentenorganisation "Ring Freiheitlicher Studenten" (RFS) kritisiert die 2G-Regelung an der WU. In einer Aussendung spricht der RFS-Bundesobmann Matthias Kornek von einer "dunkelroten Linie", die mit dieser Maßnahme überschritten wurde. Eine Demonstration gegen die 2G-Regelung sei für Februar bereits geplant.

Rückhalt erhält Hanappi-Egger von der österreichischen Universitätskonferenz (uniko). Diese verurteilt in einer Aussensendung die "Anfeindungen der FPÖ (…) auf das Schärfste". Auch sei die Forderung Kickls, die Rektorin der WU abzuberufen, laut uniko "absurd". Die 2G Regelung an der WU sei aufgrund der Autonomie der Universitäten und der Corona-Pandemie gerechtfertigt.

Uni Wien setzt auf 2,5G

An der größten Uni des Landes, der Universität Wien, wird indes auch im kommenden Semester 2,5G gelten, hieß es aus der Uni auf Anfrage der APA. Neben Impfungs und Genesungszertifikat werden also weiterhin auch PCR-Tests akzeptiert.

Zuletzt haben sich die Uni-Senate und die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) für eine einheitliche 2G-Regelung an den Unis stark gemacht und an Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) appelliert, eine solche Vorgabe zu vereinbaren. In seinem Ressort sieht man allerdings weiter keinen Handlungsbedarf: Mit dem 2. Covid-19-Hochschulgesetz gebe es einen rechtlichen Rahmen als Richtschnur für die autonomen Hochschulen, die seit fast zwei Jahren mit ihren individuellen Sicherheitskonzepten und unterschiedlichen Lehr- und Lernmodellen einen funktionierenden Universitäts- und Hochschulbetrieb sicherstellen würden, hieß es auf Anfrage der APA. Zentrales Ziel aller Interessensvertretungen sei jedenfalls ein möglichst sicherer Hochschulbetrieb in Präsenz, der einen möglichst reibungslosen Studienfortschritt ermögliche. Die Universitätenkonferenz (Uniko) wird sich nächste Woche mit dem Thema beschäftigen.

Keine einheitlichen Linien

Bei den Privatuniversitäten gibt es ebenfalls keine einheitliche Linie punkto Impfvorgaben, einige diskutieren allerdings ebenfalls eine Verschärfung. Betroffen sind davon allerdings nur Neueinschreibungen, also Studienanfänger. In bereits bestehende Verträge mit den Studentinnen und Studenten kann laut dem Sprecher der Österreichischen Privatuniversitätenkonferenz (ÖPUK), Karl Wöber, nämlich gar nicht eingegriffen werden. An der von ihm geleiteten Modul University etwa wird ab dem Sommersemester bei der Immatrikulation ein Impf- oder Genesungszertifikat verlangt, ähnliche Regelungen sind laut Wöber auch an anderen Privatuniversitäten angedacht. Für bereits eingeschriebene Studierende wie auch Mitarbeiter wird an der Modul University indes weiterhin die 2,5G-Regel gelten, bei der auch PCR-Tests akzeptiert werden.

Eine gemeinsame Linie gibt es in der ÖPUK unterdessen bei der Forderung an die Politik nach transparenten Impfregeln für internationale Studierende, die einen großen Teil der Eingeschriebenen der Privatunis ausmachen. "Für die Anerkennung von Impfungen, die in Österreich derzeit nicht als zugelassen gelten, erwarten wir uns adäquate Regelungen", so ihr Appell.

Quelle: Agenturen / pea