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Houthi stürmen Büros von UN-Hilfsorganisationen im Jemen

Heute, 12:08 · Lesedauer 1 min

Die Houthi-Miliz hat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Büros von zwei UN-Hilfsorganisationen gestürmt und mehrere ihrer Mitarbeiter entführt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der UN-Mitarbeiter im Jemen. Sie hätten die Büros des Welternährungsprogramms (WFP) und des UN-Kinderhilfswerks UNICEF gestürmt und dann insgesamt rund zehn Angestellte an einen unbekannten Ort gebracht, hieß es. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Die vom Iran unterstützten Houthi, die Sanaa und weite Teile des Nordjemen seit etwa zehn Jahren kontrollieren, äußerte sich zunächst nicht. Auch von den Vereinten Nationen oder WFP und UNICEF gab es zunächst keine Bestätigung.

Erst gestern hatte die Houthi den Tod ihres Ministerpräsidenten Ahmed al-Rahawi und mehrerer Minister durch einen israelischen Luftangriff am Donnerstag verkündet. Die Regierung der Houthi wird international nicht anerkannt.

Die Houthi haben schon mehrfach Mitarbeiter der Vereinten Nationen in dem Bürgerkriegsland entführt. Nach Angaben vom März waren zuletzt 23 UN-Mitarbeiter sowie Mitarbeiter anderer Hilfsorganisationen in Houthi-Gefangenschaft. Einige von ihnen sind seit mehr als drei Jahren inhaftiert. Die Houthi werfen einigen der UN-Mitarbeiter vor, im Jemen Spionage für die USA zu betreiben.

Zusammenfassung
  • Die Houthi-Miliz hat in Sanaa die Büros des Welternährungsprogramms (WFP) und von UNICEF gestürmt und rund zehn Mitarbeiter entführt.
  • Die Entführten wurden an einen unbekannten Ort gebracht, während die Hintergründe der Aktion bislang unklar sind und keine offizielle Stellungnahme von Houthi oder UN vorliegt.
  • Bereits im März waren 23 UN-Mitarbeiter sowie weitere Helfer in Houthi-Gefangenschaft, einige davon seit über drei Jahren, wobei Spionagevorwürfe gegen UN-Mitarbeiter erhoben wurden.