APA - Austria Presse Agentur

Hoffnung auf Kompromiss bei neuen Brexit-Gesprächen

Juni 02, 2020 · Lesedauer 2 min

Vor der nächsten Runde der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU gibt es Hoffnung auf eine Annäherung. Der Leiter des britischen Fischerei-Dachverbandes NFFO, Barrie Deas, erklärte zwar am Dienstag, eine Einigung beim besonders strittigen Thema Fischfang sei zwar nicht bis Ende des Monats zu erwarten, wohl jedoch bis Ende des Jahres, "vermutlich im September oder Oktober".

Zuvor hatte die Zeitung "Times" unter Berufung auf EU-Insider von möglichen Kompromiss-Ansätzen bei den Fischerei- und Handelsvorschriften berichtet. Der "Financial Times" zufolge plant Premierminister Boris Johnson noch in diesem Monat ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die neue Verhandlungsrunde soll bis Freitag laufen. Gegenwärtig stecken die Gespräche über das künftige Verhältnis in einer Sackgasse. Großbritannien hat die EU am 31. Jänner verlassen. Bis zum Ende des Jahres gilt eine Übergangsfrist, in der maßgebliche Regelungen weiter Bestand haben und bis zu deren Ende ein neues Freihandelsabkommen vereinbart werden soll.

Nach den drei fruchtlosen Runden fordert EU-Unterhändler Michel Barnier nun greifbare Fortschritte in den Verhandlungen über ein Handels- und Partnerschaftsabkommen mit Großbritannien. "Eine entscheidende Woche liegt vor uns", twitterte Barnier am Dienstag zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde. EU-Politiker appellierten an London, sich zu bewegen. Sonst drohe ein harter Bruch zum Jahresende. Die britische Regierung sieht dagegen die EU in der Pflicht.

Eckpunkte für die künftige Partnerschaft hatten beide Seiten bereits in einer Politischen Erklärung vom Oktober vereinbart. Barnier wirft Großbritannien vor, davon abzurücken. Die britische Seite bestreitet dies und beklagt ihrerseits, die EU wolle das Land auf Dauer enger als gewünscht an sich binden und EU-Regeln unterwerfen.

Quelle: Agenturen