APA - Austria Presse Agentur

Hinweise auf höhere Sterblichkeit bei Corona-Mutation

22. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die britische Coronavirus-Variation B.1.1.7 könnte tödlicher als frühere Virus-Varianten sein. Das teilte der britische Premier Boris Johnson am Freitag mit.

Die zuerst in England nachgewiesene Coronavirus-Mutante B.1.1.7 ist nach britischen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virus-Varianten. Es gebe mittlerweile "Hinweise", dass die Mutante nicht nur ansteckender sei, sondern auch "mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden" könne, sagte Premierminister Boris Johnson am Freitagabend in London. Die Virus-Variante hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet.

Datenlage noch ungewiss

Die neue britische Variante übertrage sich zwischen 30 und 70 Prozent leichter als die alte, führte der britische Chief Medical Officer Chris Whitty bei der Pressekonferenz aus. In Bezug auf die Altersverteilung gebe es keine Unterschied zu anderen Virus-Varianten. Die Schwere des Krankheitsverlaufs sei bei Patienten in Krankenhäusern gleich. Es gebe jedoch Hinweise auf eine erhöhte Sterberate, sagte Whitty.

Ob und wie viel tödlicher die neue Variante ist, sei noch sehr unsicher, warnte der wissenschaftliche Berater der Regierung Patrick Vallance. Gehe man bei der bisherigen Variante davon aus, dass von 1000 Menschen im Alter von 60 Jahren zehn sterben, seien es bei der Variante etwa 13 oder 14 Todesfälle.

Experten in Großbritannien gehen nicht davon aus, dass die Schutzwirkung der bisher verwendeten Impfstoffe durch die heimische Virus-Variante beeinträchtigt wird. Für zwei weitere Mutationen, die in Brasilien und Südafrika entdeckt wurden, sei dies noch unklar, sagte Vallance. Laut Regierung haben im Vereinigten Königreich bereits 5,4 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Mutation in rund 60 Ländern nachgewiesen

Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 96.000 Infizierte starben bereits. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurde B.1.1.7 mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter Österreich. Nach Experteneinschätzung ist die Virus-Variante bis zu 70 Prozent ansteckender als das ursprüngliche neuartige Coronavirus. Die Verbreitung der Mutante ist ein Grund dafür, dass in vielen Ländern die Corona-Restriktionen zuletzt wieder verschärft wurden. Überdies ist in Südafrika eine ebenfalls deutlich ansteckendere Coronavirus-Mutante aufgetreten, die mittlerweile in mehr als 20 Ländern nachgewiesen wurde.

Quelle: Agenturen