Haber: EU-interner Gas-Ausgleich ohne Einschränkungen "nicht so leicht möglich"

06. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren, müsse Österreich laut Alfons Haber, Vorstandsmitglied von E-Control, erneuerbare Energien ausbauen und fördern. Beim Verzicht auf russisches Gas, etwa durch ein EU-weites Embargo, müsse man die unterschiedlichen Abhängigkeiten innerhalb der EU beachten. Ein interner Ausgleich ohne Einschränkungen sei allerdings "nicht so leicht möglich".

"Wesentlich ist, dass es jetzt zur Umsetzung des erneuerbaren Ausbaugesetzes kommt", sagt Alfons Haber, Vorstandsmitglied von E-Control, zur Debatte um ein mögliches Gas-Embargo in der EU. Besonders in Österreich sei es nun wichtig, Erneuerbare Energien "zu fördern und auszubauen". Dabei müsse man auch die geographischen Voraussetzungen im Land beachten, wie Haber im Newsroom LIVE bei Anchor Thomas Mohr erklärt.

Viele Technologien möglich

"Österreich ist ein sehr heterogenes Land und somit können unterschiedliche Technologien genutzt werden", erklärt Haber. Daher könne man besonders im Osten auf Windkraft und im Westen eher auf Wasserkraft setzen. Auch die Nutzung einer Wärmepumpe könne beispielsweise laut Haber die Abhängigkeit von Gas reduzieren. Dass durch eine vermehrte Nutzung von Wärmepumpen etwa das Stromnetz überbelastet ist, sehe er hingegen nicht. "Wir haben aktuell 80 Prozent erneuerbare Energien und wollen bis 2030 auf 100 Prozent bilanziell kommen und somit ist auch hier die Bedarfsdeckung sicher gegeben", so das Vorstandsmitglied von E-Control.

Russisches Gas als Druckmittel: Österreichs Zwiespalt

"Der Verzicht auf andere primäre Energieträger ist natürlich möglich", sagt Haber zu einem möglichen Energie-Embargo. Dennoch gelte es hier zu berücksichtigen, wie abhängig die jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten von Gas sind. Im europäischen Schnitt betrage die Abhängigkeit von russischem Gas laut Haber 44 Prozent, die Österreichs hingegen 80 Prozent. Ein EU-interner Ausgleich, "in der Form, dass es zu keinen Einschränkungen kommen könnte", sei daher aufgrund der Leitungsabhängigkeit "nicht so leicht möglich".

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea