Gezielte Tötung von Journalisten durch Israel im Libanon
Al-Manar meldete, dass ihr langjähriger Korrespondent Ali Shuaib bei einem Angriff bei Jesin im Süden des Landes ums Leben kam. Zudem berichtete der proiranische Sender Al-Majadin, der auch der Hisbollah nahe steht, dass bei dem Angriff ihre Reporterin Fatima Fatuni getötet wurde. Das israelische Militär gab an, einen "gezielten" Angriff auf Shuaib verübt zu haben. Er sei Mitglied der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan gewesen und habe sich als "Journalist getarnt". So habe er über die Standorte israelischer Truppen im Süden des Libanon berichtet.
Der libanesische Informationsminister Paul Morcos verurteilte den Angriff scharf. Seinen Angaben zufolge ist dabei auch der Kameramann und Bruder Fatunis, Mohammed Fatuni, getötet worden. "Wir verurteilen auf das Schärfste Israels wiederholte und vorsätzliche Angriffe auf Journalisten", betonte Morcos. Auch im Gaza-Krieg hat das israelische Militär mehrfach Journalisten getötet. Das Journalistenschutzkomitee CPJ wirft dem israelischen Militär unter anderem vor, eine "langwährende, dokumentierte Praxis, Journalisten als Terroristen zu beschuldigen, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen" zu verfolgen.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun schrieb auf der Plattform X, Israel verstoße wieder einmal "gegen die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts, des humanitären Völkerrechts und des Kriegsrechts". Israel nehme "Journalisten ins Visier, die letztlich Zivilisten sind und die ihrer beruflichen Pflicht nachkommen".
Bei einem Angriff in der Hauptstadt Beirut seien zwei hochrangige Hisbollah-Mitglieder getötet worden, hieß es von der israelischen Armee. Im Süden des Landes verübte das Militär nach eigenen Aussagen Dutzende Angriffe, auch mit Unterstützung der israelischen Bodentruppen, die sich auf libanesischem Boden befinden. Dabei sollen unter anderem Waffenlager getroffen worden sein. Bei den Gefechten im Südlibanon seien zwei Soldaten schwer verletzt worden, teilte die Armee mit.
Auch Rettungsauto getroffen
Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete in der Früh und in der Nacht zahlreiche israelische Angriffe, vor allem im Süden des Landes. Israelische Kampfjets hätten einen Krankenwagen des islamischen Rettungsdienstes Risala bei Nabatiye getroffen. Dabei seien fünf Sanitäter getötet worden. Die Risala-Sanitäter stehen der Amal-Bewegung nahe, die ein wichtiger Verbündeter der Iran-treuen Hisbollah ist. In der Stadt Nabatiye seien Wohngebäude, Geschäfte und eine Tankstelle getroffen worden.
Bei einem weiteren Angriff im Süden des Landes wurden nach NNA-Angaben vier weitere Menschen getötet. Es soll sich dabei um syrische Arbeiter gehandelt haben. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete am Samstag von morgendlichen Luftangriffen auf Städte wie Majdal Selm, Kafra, Adlun und Tulin.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze.
Zusammenfassung
- Bei gezielten israelischen Angriffen im Süden des Libanon wurden drei Journalisten von Hisbollah-nahen Sendern getötet, darunter Ali Shuaib, Fatima Fatuni und ihr Bruder Mohammed Fatuni.
- Ein israelischer Luftangriff traf einen Rettungswagen des islamischen Rettungsdienstes Risala bei Nabatiye, wobei fünf Sanitäter ums Leben kamen.
- Zusätzlich zu den Angriffen auf Medienvertreter und Sanitäter meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA vier getötete syrische Arbeiter und zahlreiche weitere Angriffe auf Städte und zivile Infrastruktur im Süden des Landes.
