Mangott: Russische Marionettenregierung "kann ohne Besatzung nicht überleben"

02. März 2022 · Lesedauer 2 min

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott analysiert im PULS 24 Interview, wie es in der Ukraine weitergehen könnte. An den Erfolg von Verhandlungen glaubt er nicht.

"Ich würde die Gespräche nicht als Verhandlungen bezeichnen", sagt Politikwissenschaftler Gerhard Mangott, nachdem Moskau am Mittwoch erneut bekanntgab, zu Gesprächen mit der Ukraine bereit zu sein. Russland bleibe bei seinen Forderungen: Man will eine Ukraine mit beschränkter Souveränität. Die Ukraine habe dabei "nicht viel" Verhandlungsmacht.

Die Gespräche würden von Russland nur genutzt werden, um der Ukraine Bedingungen zu diktieren und um der eigenen Bevölkerung zu signalisieren, dass man bereit sei, mit den Ukrainern zu sprechen, die Ukraine aber nicht nachgeben würde.

"Putin kann sein Ziel nur militärisch erreichen"

"Der Krieg wird fortgesetzt werden", ist sich Mangott sicher. Es werde zu noch mehr Brutalität kommen. "Putin kann sein Ziel nur militärisch erreichen". Putin werde die Streitkräfte niederwerfen, das Regierungsviertel erobern - ob seine Marionettenregierung aber funktionieren werde, ist fraglich. Das könne nur mit permanenter Besatzung funktionieren, glaubt Mangott. Denn es werden sich "partisanenartige" Aufstände und ziviler Ungehorsam entwickeln. Das werde für Russland kostspielig und riskant. 

Als möglicher Kandidat Russlands für die Führung der Ukraine gilt übrigens Ukraines Ex-Präsident Viktor Janukowitsch, bei ihm könnte Russland behaupten er kehre nach einem Putsch zurück, so der Russlandexperte. Janukowitsch sei in der Ukraine aber eine "verhasste Figur". Nach den Unruhen 2014 floh Janukowitsch aus dem Land, das Parlament erklärte ihn danach für abgesetzt und erwirkte zeitweilig sogar einen internationalen Haftbefehl gegen ihn, der inzwischen aber wieder aufgehoben wurde. 

Man befinde sich nun jedenfalls wieder in einem "Kalten Krieg", analysiert Mangott. Beziehungen seien eingefroren, beide Seiten rüsten hoch. Das werde nun auch so bleiben, so lange Putin im Amt ist. Eine Chance für eine "Palastrevolution" sieht der Experte in Russland aber nicht.

Quelle: Redaktion / koa