Karner: Putin wollte am Montag "eigentlich den Sieg verkünden"

06. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Am kommenden Montag feiert Russland den Sieg gegen Nazi-Deutschland. Es werden Militärparaden und eine Rede von Wladimir Putin erwartet. Putin könnte auch eine Generalmobilmachung im Ukraine-Krieg verkünden. Gerald Karner erklärt, welche Auswirkungen das hätte.

Laut dem Militärexperten Gerald Karner spekulieren Experten "in allen Bandbreiten" darüber, was Putin am Montag verkünden könnte. Es kann sein, dass er "nichts besonderes" ankündigt und die Truppen für den Einsatz und die Erfolge in der Ukraine lobe, so Karner. Es könne aber auch sein, dass auch Putin von einem Krieg spricht und der Ukraine ebendiesen erklärt. Er könnte auch eine Generalmobilmachung ankündigen. 

"Das ein oder andere" wird er der eigenen Bevölkerung jedenfalls als Erfolg verkaufen, ist sich Karner sicher. Aber eigentlich wollte er am 9. Mai den Sieg verkünden. Putin habe aber die ukrainischen Kräfte strategisch fehleingeschätzt und die eigenen Kräfte überschätzt. 

Russland "nicht in der Lage"

Sollte er eine Generalmobilmachung verkünden, dann heiße das, dass für Putin das Ziel, die ganze Ukraine zu erobern, nicht gestorben sei, so der Militärexperte. Das Ziel sei dann die Kapitulation. Das ist für Karner allerdings "unrealistisch", das sei auch für Russland "nicht vorteilhaft". 

Eine Generalmobilmachung würde heißen, dass drei Millionen Mann einberufen werden. Diese müssen aber ausgestattet, trainiert und in einsatzfähige Strukturen "gepresst" werden, so Karner: "Ich zweifle daran, dass Russland dazu in der Lage ist", sagt er. Russland habe zwar noch Einnahmen aus Rohstoffverkäufen, aber das komme auch nicht 1:1 bei den Truppen an.

Auch zerstörtes militärisches Gerät könne nicht so schnell nachproduziert werden. Wegen eingeschränkter Importe aus dem Westen können Panzer, ballistische Lenkwaffen und Marschflugkörper nicht mehr nachproduziert werden, berichtet Karner: "Hier wirken die Sanktionen bereits". 

Quelle: Redaktion / koa