Karner: Staudamm-Sprengung ist "gefährliche Drohung"

21. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Der ukrainische Präsident Selenskyj warnt vor der Sprengung eines Staudamms nahe der Stadt Cherson. Militärstratege Gerald Karner hält diese Angst im Newsroom LIVE für gerechtfertigt.

40 Prozent der ukrainischen Energieversorgung wurden durch russische Angriffe bisher zerstört. Die Intensität der Angriffe nehme allerdings ab, erklärt der Militärstratege Gerald Karner im Gespräch mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr. "Es scheint bereits Engpässe zu geben", erklärt Karner und spielt damit auf fehlende russische Drohnen an. Die Ukraine versuche indes, zerstörte Gebäude möglichst schnell zu reparieren. 

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Wie gefährlich ist die Staudamm-Drohung?

Der betroffene Staudamm nahe Cherson, vor dessen Sprenung Selenskyj warne, ist laut ukrainischen Angaben bereits vermint. "Russland hatte seit Februar Zeit, das zu bewerkstelligen und vorzubereiten", so Karner. Man müsse die Drohung erst nehmen, betont er. Der neue russische Oberkommandeur habe davon gesprochen, dass es "schwierige Entscheidungen zu treffen" gebe. Das sei als "gefährliche Drohung" zu erachten.

Der Staudamm sorgt auch für die Kühlung des Atomkraftwerks Saporischschja. "Es könne sein, dass Russland versucht, multiple Katastrophen zu erzeugen", erklärt Karner. "Das wäre der Worst Case."

Mit einer Sprengung würden die Russen sich allerdings auch selbst schaden. Die Krim wäre dadurch von der Wasserversorgung abgeschnitten.

Kampfdrohnen aus Oberösterreich?

Für Aufregung gesorgt hat in den letzten Tagen die kanadische Firma "Rotax" mit Sitz in Oberösterreich, deren Motoren sich in iranischen Kampfdrohnen befinden sollen – die auch in Russland eingesetzt werden. Karner geht nicht davon aus, dass die Firma die Iran-Sanktionen damit absichtlich umgangen habe, stattdessen sei der Verkauf der Motoren "wahrscheinlich über Zwischenhändler abgelaufen".

Quelle: Redaktion / mbe