Karner: Eventuell "Lager" für russische Deserteure "einrichten"

27. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner meint im Interview mit Anchorwoman Bianca Ambros, dass die Aufnahme russischer Deserteure von westlichen Regierungen eine "ganz schwierige" Frage sei - und hier mit großer Vorsicht vorzugehen sei.

Die Teilmobilmachung Russlands sorgt für Proteste und Widerstand in Teilen Russland - immer mehr Männer verweigern sich dem Einsatz in der Ukraine. Doch wie umgehen mit russischen Deserteuren? Für PULS 24 Militärexperte Gerald Karner sei es eine "ganz schwierig zu beantwortende Frage". Die Rechtslage spreche jedenfalls für die Gewährung von Asyl, gäbe es doch schwere Strafen beim Entzug vom Militärdienst.

Russische Spione unter Deserteuren?

Westliche Regierungen würden sich jedoch zu Recht zögerlich verhalten, meint Karner. Sie seien bereits durch die Flüchtlingswelle aus der Ukraine belastet. Zudem fürchte man sich "vor trojanischen Pferden unter Deserteuren". Man müsse hier "mit großer Vorsicht vorgehen". Unter Umständen müsse man auch "Lager einrichten", um Deserteure eine Zeit lang "zu beobachten". Die Gefahr, dass unter den Deserteuren russische Spionen seien und dann in Europa aktiv würden, sei laut Karner nicht auszuschließen.

Teilmobilmachung "recht unwirksam"

Die Mobilmachung sieht Karner aus militärische Sicht als "recht unwirksam" an. Sie dienten lediglich dazu, "Zeit zu kaufen", "die Russland offenbar nicht hat". Die eingesetzten Reservisten seien "Kanonenfutter", fehle ihnen doch die "fundierte Ausbildung". Sie könnten sich zwar selbst mit der Waffen verteidigen aber nicht "in die Strukturen eingegliedert" werden.

Angesichts der Proteste im Land habe die staatliche Gewalt derzeit obsiegt, mittel- und langfristig habe sich Putin mit der Teilmobilmachung jedoch "selbst mehr geschadet als genützt".

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp