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Geberkonferenz brachte 600 Millionen Euro für Moldau

15. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Die internationale Gemeinschaft unterstützt die Republik Moldau mit weiteren 600 Millionen Euro, um die drastischen Folgen des Ukraine-Kriegs abzufedern.

Diese vorläufige Summe für eines der ärmsten Länder Europas nannte Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu am Freitag in Bukarest nach einer Geber-Konferenz, an der mehr als 30 Länder teilnahmen. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock sagte als Co-Vorsitzende 77 Millionen Euro zu. 

Moldau nimmt Geflüchtete auf 

Das kleine Land Moldau hat seit Kriegsbeginn Zehntausende Flüchtlinge aus dem Nachbarland Ukraine aufgenommen, derzeit sind noch 70.000 dort. "Wir sind alle gesprungen und haben klargemacht: In der Politik geht es darum zu handeln und nicht nur um Worte", sagte die Grünen-Politikerin Baerbock.

Der größte Teil der deutschen Hilfsgelder - 40 Millionen Euro - soll daher armen Privathaushalten zugutekommen, die besonders stark unter den Preissteigerungen leiden. 20 Millionen Euro sollen in den Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung effizienter Energienutzung investiert werden. 17 Millionen Euro fließen in die Flüchtlingshilfe. Außerdem soll das Land materielle Unterstützung erhalten, zum Beispiel Videodrohnen, Geländewagen oder Dokumenten-Prüfgeräte für den Grenzschutz.

Endergebnis noch offen 

Aurescu sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Baerbock, das Ergebnis der Geberkonferenz könne sich noch verbessern. "Wir zählen (das Geld) weiter." Es wird voraussichtlich auch nicht das letzte solche Treffen sein. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Konferenz in Frankreich stattfinden, im nächsten Jahr dann eine in der moldauischen Hauptstadt Chisinau. "Diese Plattform soll ein permanentes Instrument werden, das konstant finanzielle und technische Ressourcen schafft, um Moldau zu unterstützen", sagte Aurescu.

Die Präsidentin Moldaus, Maia Sandu, konnte sich wegen einer Corona-Erkrankung nur per Video zuschalten. "Es ist wichtig zu wissen, dass wir nicht alleine sind, dass wir auf Ihre Unterstützung und Solidarität setzen können, dass wir zusammenstehen", sagte sie.

Zweite Konferenz in diesem Jahr 

Eine erste Geber-Konferenz fand im April in Berlin statt. Die damals auf den Weg gebrachten Hilfen hätten dazu geführt, "dass zwar nicht alle Probleme gelöst sind, aber dass das Land nicht zerbrochen ist", betonte Baerbock. Im Juni wurde Moldau zusammen mit der Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten erklärt.

Baerbock will am Abend auch den rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta besichtigen. Constanta gehört zu den Ausweichrouten für den Export ukrainischen Getreides, der wegen des Krieges über die ukrainischen Häfen nicht mehr möglich ist. Die Ukraine war vor dem Krieg einer der größten Getreideexporteure weltweit.

Quelle: Agenturen