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Fußball-WM: Amnesty will Tod Tausender Arbeitsmigranten untersuchen

26. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Amnesty International hat die Untersuchung von Todesfällen Tausender Arbeitsmigranten im WM-Gastgeberland Katar gefordert.

Die Behörden des Golfemirats hätten es versäumt, zahlreiche Fälle der vergangenen zehn Jahre aufzuklären, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Es gebe Hinweise für einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den gefährlichen Arbeitsbedingungen im Emirat.

Dem Amnesty-Bericht zufolge stellten die Behörden in Katar routinemäßig Totenscheine aus, ohne die Verstorbenen angemessen zu untersuchen. Stattdessen seien die Todesfälle auf "natürliche Ursachen" oder vage definierte "Herzfehler" zurückgeführt worden.

"Wenn relativ junge und gesunde Männer nach vielen Arbeitsstunden in extremer Hitze plötzlich sterben, wirft dies ernste Fragen über die Arbeitsbedingungen in Katar auf", sagte die Amnesty-Expertin Katja Müller-Fahlbusch.

Umstrittene Vergabe der Fußball-WM

Vage Formulierungen zur Bestimmung der Todesursache wurden der Organisation zufolge auch bei mehr als der Hälfte der 35 Todesfälle genutzt, die seit 2015 auf den Stadionbaustellen für die Fußball-WM im kommenden Jahr verzeichnet wurden. Dies lasse darauf schließen, dass in den betreffenden Fällen wahrscheinlich keine aussagekräftigen Untersuchungen erfolgt seien, kritisierte Amnesty.

Seit der umstrittenen Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar gibt es viel Kritik an der dortigen Menschenrechtslage und den Bedingungen für Arbeiter auf den Stadionbaustellen. Zuletzt wurden immer häufiger Forderungen nach einem Boykott des Turniers laut. Seit der Vergabe der WM seien in Katar zwar Reformen des Arbeitsrechts eingeleitet worden, erklärte Amnesty. Diese seien aber nur "unzureichend" umgesetzt worden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa