APA/Petra Edlbacher

Freude nach Tod Khameneis in Österreich

Heute, 03:25 · Lesedauer 2 min

Der Tod des iranischen Machthabers Ayatollah Ali Khamenei ist in der Nacht auf Sonntag auch in Österreich gefeiert worden. Dutzende Personen demonstrierten am späten Samstagabend mit iranischen Fahnen auf dem Wiener Stephansplatz. "In Teheran feiern die Menschen. Free Iran", schrieb auch der Wiener Schauspieler und Kabarettist Michael Niavarani auf Facebook. Kritischer äußerte sich die Menschenrechtlerin Shoura Zehetner-Hashemi. Sie sieht die Iraner in einem "Dilemma".

"Vielleicht noch kurz: Die USA und Israel haben nicht den Iran angegriffen, sondern einem unterdrückten Volk geholfen, dessen Regierung vor einem Monat über 30.000 Menschen ermordet hat. Und jetzt besteht die Hoffnung auf eine echte persische Demokratie", betonte Niavarani in einem weiteren nächtlichen Eintrag. Ob dies eine Republik oder konstitutionelle Monarchie sein werde, "werden die Menschen im Iran selbst entscheiden in einer freien Wahl", fügte er mit Blick auf den Sohn des im Jahr 1979 gestürzten Shah, Reza Pahlavi, hinzu.

Kritisch über die Militärschläge äußerte sich die Generalsekretärin von Amnesty International Österreich, Shoura Zehetner-Hashemi. Die Menschen im Iran stünden nun nämlich "vor einem Dilemma, das kaum in Worte zu fassen ist", schrieb die iranischstämmige Menschenrechtsaktivistin ebenfalls auf Facebook. Einerseits gebe es "eine theokratische Diktatur, die den Menschen buchstäblich die Luft zu Atmen nimmt" und andererseits die Aussicht auf "eine von den USA installierte Diaspora-Marionette, die das Land weder kennt noch versteht".

"Wird es danach freie Wahlen geben - wirklich freie, bei der alle Parteien antreten dürfen? Und was, wenn dann nicht die erhoffte pro-westliche Partei gewinnt? Gibt es irgendjemanden, der einen glaubwürdigen Plan für den Systemwandel und den erforderlichen Staatsumbau hat - und die Kompetenz und Legitimation, ihn umzusetzen? Was passiert mit den hunderttausenden Revolutionsgardisten? Werden sie alle gehängt? Diese Fragen werden nicht gestellt, weil die Antworten unbequem sind", so Zehetner-Hashemi. Sie selbst habe "vor allem Angst um meine Familie im Iran". Während mache in der iranischen Diaspora "eingewickelt in ihre Israel-Flaggen die Bomben feiern", wolle sie "in diesem Konflikt zu keiner Seite gehören".

Zusammenfassung
  • Nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei feierten Dutzende Menschen am späten Samstagabend mit iranischen Fahnen auf dem Wiener Stephansplatz.
  • Der Wiener Schauspieler Michael Niavarani äußerte auf Facebook die Hoffnung auf eine echte persische Demokratie und betonte, dass die Menschen im Iran in freien Wahlen über ihre Zukunft entscheiden sollten.
  • Die Menschenrechtlerin Shoura Zehetner-Hashemi warnte vor einem Dilemma für die Iraner zwischen einer repressiven theokratischen Diktatur und einer möglichen, von außen installierten Regierung und äußerte Zweifel an echten freien Wahlen.