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Frau bei ICE-Einsatz in Minnesota erschossen

08. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde hat nach offiziellen Angaben am Mittwoch in Minnesota eine Frau erschossen. Der Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE habe in der Stadt Minneapolis das Feuer eröffnet, nachdem ein "gewalttätiger Randalierer" versucht habe, Beamte zu überfahren, schrieb eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums auf der Plattform X. Nach den tödlichen Schüssen verteidigte US-Präsident Donald Trump den Schützen.

In einem Beitrag auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte Trump, Videoaufnahmen deuteten auf Selbstverteidigung hin. Zugleich machte er eine "radikale linke Gewalt- und Hass-Bewegung" für die Eskalation verantwortlich, das Sicherheitskräfte und ICE-Beamte täglich bedrohe und angreife.

Nach Angaben der Polizei befand sich die 37-Jährige in ihrem Fahrzeug und blockierte eine Straße, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Das Auto setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf das Büro der demokratischen Senatorin Tina Smith, bei dem Todesopfer handle es sich um die Ehefrau eines prominenten Aktivisten.

Stadt widerspricht der Darstellung Trumps

Trump schrieb, die Frau habe mit ihrem Fahrzeug einen ICE-Beamten "gewaltsam und vorsätzlich" angegriffen. Der Beamte habe in einer lebensbedrohlichen Situation gehandelt und befinde sich inzwischen zur Erholung im Krankenhaus. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte zuvor auf einer Pressekonferenz in Texas ebenfalls von einem "defensiven" Schusswaffeneinsatz zum Schutz der Beamten und Unbeteiligter gesprochen.

Die Aussagen des Präsidenten und des Heimatschutzministeriums stehen im Widerspruch zur Darstellung der Stadt Minneapolis. Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey hatte den Einsatz zuvor scharf kritisiert und die Darstellung der Selbstverteidigung nach Sichtung von Videoaufnahmen entschieden zurückgewiesen. Ermittlungen zu dem Vorfall laufen.

Proteste wurden ausgelöst

Der Vorfall löste umgehend Proteste aus. Dabei standen sich Demonstranten und zum Teil schwer bewaffnete Bundesbeamte gegenüber, die Reizgas einsetzten.

Frey machte die Regierung in Washington für die zunehmenden Spannungen verantwortlich. "Die Anwesenheit von Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde stiftet Chaos in unserer Stadt", schrieb der Demokrat auf X. "Wir fordern, dass die ICE die Stadt sofort verlässt."

Auch der Gouverneur von Minnesota, der Demokrat Tim Walz attackierte Trump. "Was wir hier sehen, sind die Folgen einer Regierungsführung, die darauf ausgelegt ist, Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen", sagte er und ergänzte: "Diese Rücksichtslosigkeit hat heute jemanden das Leben gekostet."

Präsident Trump hat im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde in von Demokraten geführte Städte in den gesamten USA entsandt. Dies hat zu Protesten und Zwischenfällen geführt. In den vergangenen Wochen wurden auch ICE-Beamte nach Minneapolis geschickt. Hintergrund sind Betrugsvorwürfe gegen somalische Einwanderer, die der Republikaner Trump als "Müll" bezeichnet hatte.

Zusammenfassung
  • In Minneapolis wurde eine 37-jährige Frau von einem ICE-Beamten erschossen, nachdem sie laut Polizei mit ihrem Auto eine Straße blockierte und auf einen Beamten zufuhr.
  • US-Präsident Donald Trump verteidigte den Schützen und sprach von Selbstverteidigung, während die Stadt Minneapolis und ihr Bürgermeister Jacob Frey diese Darstellung nach Sichtung von Videoaufnahmen entschieden zurückwiesen.
  • Der Vorfall führte zu Protesten mit dem Einsatz von Reizgas, und der demokratische Gouverneur Tim Walz machte Trumps Politik für die Eskalation verantwortlich.