FPÖ-Chef Hofer: "Es muss in der Politik erlaubt sein, die Wahrheit sagen zu können"

19. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Der blaue Parteiobmann Norbert Hofer bezeichnet sich im PULS 24 Interview als "kein Freund des Lockdowns." Dem Besuch von Anti-Corona-Demos seines Parteikollegen Michael Schnedlitz kann er nichts Negatives abgewinnen.

Die FPÖ rund um ihren Klubobmann Herbert Kickl und ihren Parteiobmann Norbert Hofer ist die treibende Kraft hinter der "Allianz gegen Coronawahnsinn". Eine Petition, die sich für eine "Rückkehr zur echten Normalität" einsetzt.

Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, dass Hofer sich im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Alexandra Wachter gegen die Verlängerung des Lockdowns ausspricht. Die Regierung lasse bei der Verhängung von Lockdowns einen wesentlichen Aspekt außer Acht, die Verhaltensforschung, sagt der FPÖ-Obmann. "Man drängt das Leben aus dem öffentlichen Bereich, wo es Regeln gibt, in einen Bereich, wo es keine Regeln gibt." Der Mensch, so Hofer weiter, sei aber ein "soziales Wesen und so verlagern sich die Treffen in den privaten Bereich - ohne Masken, ohne Sicherheitsabstand." Und dort komme es dann eben zu Ansteckungen.

Hofer spricht sich deshalb für die Öffnung von Handel und der Zulassung von Kultur- und Sportveranstaltungen aus. So werde den Menschen die Möglichkeit gegeben, im öffentlichen Bereich unter klaren Regeln zusammenzukommen. "Und wenn hier die Maske Pflicht ist, ist mir das recht", sagt Hofer, der sich bisher eher gegen die Maskenpflicht ausgesprochen hat.

Hofer warnt vor Langzeitfolgen der Impfung

Die FPÖ ruft auf ihrer Webseite zur Unterstützung gegen den schwarz-grünen Impfzwang aus. Impfwillige werden dabei als "Versuchskaninchen" bezeichnet. Nach mehrmaligem Nachhaken von Wachter bezeichnet Hofer die Wortwahl als eine "schärfere Formulierung" in einer Krisensituation.

Hofer argumentiert, dass die Langzeitfolgen der Corona-Impfstoffe aufgrund der beschleunigten Zulassungen nicht untersucht worden seien. Es sei ihm das Wichtigste, dass es in Österreich keinen direkten oder indirekten Impfzwang gibt.

FPÖ will nicht von Kritik an Corona-Maßnahmen profitieren

Die Kritik von ihm und seiner Partei an den Corona-Maßnahmen der Regierung sei keine Strategie zur Wählermaximierung. "Es muss auch erlaubt sein in der Politik, die Wahrheit sagen zu können", sagt Hofer. Ihm gehe es darum, das "Augenmerk auf die Sorgen und Bedenken der normalen Menschen" zu legen.

Mit dieser Argumentation verteidigt Hofer auch die Teilnahme von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz an einer Anti-Corona-Demonstration am vergangenen Samstag. An der Demo haben unter anderem auch der verurteilte Neonazi Gottfried Küssel und der Indentitäre Martin Sellner teilgenommen. Der Großteil der Teilnehmer seien aber "besorgte Bürger, die nicht wissen wie es mit ihrem Leben weitergeht", sagt Hofer. Diese Menschen gelte es zu unterstützen.

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Redaktion / apb