Klenk: Kurz "hinterlässt ein gespaltenes Land im Lockdown"

03. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Im "Pro und Contra Spezial" zum Rücktritt von Sebastian Kurz, Alexander Schallenberg und Gernot Blümel diskutierten unter anderem "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk, "exxpress.at"-Herausgeberin Eva Schütz und Kommunikationsberaterin Christina Aumayr-Hajek. Die wichtigste Frage war, warum Kurz letztendlich gehen musste.

Während Florian Klenk den Grund für den Rücktritt von Sebastian Kurz vor allem in seinem Beschuldigtenstatus, im schlechten Pandemie-Management und der Kommunikation in den Chats sieht, ist für Eva Schütz vor allem die "mediale Vorverurteilung" Schuld.

In den Chats sei bekannt geworden, wie Sebastian Kurz auch über eigene Parteimitglieder geschrieben hätte, das hätte seinen Ruf letztendlich auch innerhalb der Partei beschädigt, sagt Florian Klenk. Letztendlich hatte die Regierung kein Machtzentrum mehr - Schallenberg sei zu schwach gewesen und Kurz am Ende zu sehr im Hintergrund. Kurz hinterlasse nun "ein gespaltenes Land im Lockdown" und habe auch seine eigene Partei ruiniert. Bei den Grünen hätte man früher von einer "Chaostruppe" geschrieben, so Klenk. 

Chats seien "rechtswidriger Vorgang"

Gänzlich anders sieht das Eva Schütz. Sie glaubt, dass es Kurz nun darum gegangen sei, "sich nicht weiter in seiner Person beschädigen lassen zu müssen". In einem nicht-öffentlichen Verfahren seien Chats an die Medien gespielt worden, was in ihren Augen ein "rechtswidriger" Vorgang sei. Dadurch habe eine "enorme Vorverurteilung" stattgefunden und man habe Kurz "medial an die Wand gedrückt". Das stimme sie bedenklich, weil sich das auch gegen jeden anderen richten könnte. 

Klenk kontert daraufhin, dass die Chats teils im U-Ausschuss und teils von ÖVP-nahen Anwälten rausgespielt werden würden. Auch "exxpress.at" hätte Akten veröffentlicht - unter anderem in der Causa Chorherr. Man sei der Öffentlichkeit auch verpflichtet.

Das Wissen über das tatsächliche Verhalten von Kurz hätte ihm letztendlich das Amt gekostet. Die Boulevardmedien seien Kurz aber zu lange "auf dem Bauch gelegen" - auch wegen der Inserate. 

Kurz als "narzisstischer Egoist"

Kommunikationsberaterin Christina Aumayr-Hajek pflichtet Klenk bei: Kurz sei ein "narzisstischer Egoist" und ein "Populist", "der das Land an den Rand des Abgrunds geführt hätte", so wie das einst Haider mit Kärnten getan hätte. Sie erinnert daran, wie Kurz an die Macht gekommen war: Mit der Überschreitung von Wahlkampfkosten und mutmaßlich durch falsche Umfragen, die mutmaßlich von Steuerzahler finanziert wurden. 

Quelle: Redaktion / koa