APA - Austria Presse Agentur

Facebook sperrt Trump bis Anfang 2023

04. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Ex-Präsident Donald Trump bleibt bei Facebook vorerst noch bis Anfang 2023 gesperrt. Das gab das Online-Netzwerk am Freitag bekannt.

Danach werde man mit Hilfe von Experten abwägen, ob es immer noch ein Risiko für die öffentliche Sicherheit durch seine Facebook-Präsenz gebe.

Facebook, Twitter und Youtube hatten Trump im Jänner kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols durch seine Anhänger - und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Außerdem behauptet er nach wie vor ohne jegliche Belege, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei. Er heizt damit die Spannungen an.

Für zwei Jahre suspendiert

Facebook hatte Trumps Account bis auf weiteres suspendiert und diese Entscheidung dann seinem unabhängigen Aufsichtsgremium zur Prüfung vorgelegt, das solche Schritte rückgängig machen kann. Das Gremium bemängelte, dass eine unbefristete Sperre von den Facebook-Regeln nicht vorgesehen sei und wies das Online-Netzwerk an, den Fall noch einmal zu prüfen. Nun suspendierte Facebook Trump für zwei Jahre - die Frist läuft aber ab Anfang Jänner dieses Jahres.

Blog eingestellt

Nur wenige Wochen nach dem Start seines eigenen Blogs - als Notlösung nach einer Sperrung in anderen sozialen Medien - verabschiedet sich Ex-US-Präsident Donald Trump wieder von dem Projekt. Das wurde am Mittwoch bekannt. Der Anfang Mai gestartete Blog-Bereich auf Trumps Webseite ist nicht länger zugänglich. Trumps Mitarbeiter Jason Miller bestätigte die Änderung am Mittwoch auf Twitter.

Er deutete an, der frühere US-Präsident wolle bald an anderer Stelle wieder in sozialen Medien aktiv werden. Genauer äußerte er sich nicht - zumindest auf Facebook wird das wohl noch länger nichts. 

Auslöser für die Sperren war die Erstürmung des US-Kapitols durch Trumps Anhänger - und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Außerdem behauptete Trump wochenlang ohne jeden Beleg, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei. Trumps Twitter-Account mit mehr als 80 Millionen Abonnenten war bis dahin sein mit Abstand wichtigster Kommunikationskanal gewesen.

"Vom Schreibtisch von Donald J. Trump"

Trump hatte nach der Sperre seiner Konten bei Twitter und Co. Anfang Mai den Blog-Bereich auf seiner Homepage gestartet - mit dem Titel "Vom Schreibtisch von Donald J. Trump". Der Blog erinnerte äußerlich an Twitter - es gab aber nur Beiträge von Trump. Seine Anhänger konnten einzelne Beiträge wie bei Twitter mit einem "Like"-Herz versehen und sich auch über neue Posts benachrichtigen lassen. Die Möglichkeit, Trumps Beiträge dort zu kommentieren, gab es aber nicht.

Noch am vergangenen Sonntag hatte in einer Rundmail an Trump-Anhänger gestanden, der Ex-Präsident habe mit dem Blog-Bereich die "beherzte Rückkehr in die sozialen Medien" vollbracht. Nun ist damit Schluss. Seit längerem befeuert Trump Spekulationen, er könnte eine eigene Online-Plattform starten. Konkretes gab es dazu bisher aber nicht.

Quelle: Agenturen