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EU will Gasimporte aus Aserbaidschan bis 2027 verdoppeln

18. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die Europäische Union (EU) will angesichts der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine die Erdgasimporte aus Aserbaidschan verdoppeln. Indes will Ungarn sämtliche Gaslieferungen aus Russland auf die Turkstream-Pipeline umleiten, die das Gas über Serbien in das mitteleuropäische Land bringt.

Die Importe aus dem Kaukasus-Land sollen bis 2027 auf mindestens 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erhöht werden, sagte EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag. "Mit dieser Absichtserklärung schlagen wir heute ein neues Kapitel in unserer Energiezusammenarbeit mit Aserbaidschan auf."

Das Land sei ein wichtiger Partner in den Bemühungen der EU, sich von russischen Energielieferungen zu lösen. Die Gasimporte aus Aserbaidschan würden bereits erhöht. So werden heuer voraussichtlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas in die EU geliefert im Vergleich zu 8,1 Milliarden Kubikmeter 2021.

Ungarn will russische Gaslieferungen auf Turkstream-Pipeline umleiten

Indes will Ungarn sämtliche Gaslieferungen aus Russland auf die Turkstream-Pipeline umleiten, die das Gas über Serbien in das mitteleuropäische Land bringt. Derzeit führe Ungarn Gespräche mit Russland über die geplante Änderung, sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto an Montag. Der Schritt sei notwendig, da die Gaslieferungen aus Österreich nach Ungarn durch die Unsicherheit im westeuropäischen Pipeline-System gesunken seien. Die Lieferroute über Serbien sei stabil.

Ungarn hatte im vergangenen Jahr einen Vertrag mit Russland mit einer Dauer von 15 Jahren geschlossen. Dabei wurde statt der bisherigen Transferroute über das ukrainische Staatsgebiet vertraglich festgelegt, dass 3,5 Milliarden Kubikmeter über die neue Gaspipeline Turkstream über Serbien und eine Milliarde Kubikmeter über Österreich nach Ungarn geliefert werden.

Quelle: Agenturen / ddj