EU sucht neuen Umgang mit eingefrorenen Vermögen von Russen
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg, den der russische Machthaber Wladimir Putin trotz des Drucks von US-Präsident Donald Trump unvermindert fortsetzt, schloss Kallas die Rückgabe eingefrorener russischer Vermögenswerte bis auf weiteres aus. "Es ist undenkbar, dass Russland dieses Geld wiedersieht, wenn es der Ukraine die verursachten Schäden nicht vollständig ersetzt", sagte Kallas. Dies ergebe sich aus der "Verwüstung", die Russland weiterhin in der Ukraine anrichte, fügte Kallas an. Es sei deutlich, dass Russland keinen Frieden suche, sondern "mehr Krieg".
Die EU-Mitgliedstaaten berieten derzeit über weitere Sanktionen gegen Russland, sagte Kallas. Zur Diskussion stünden unter anderem indirekte Sanktionen gegen Russlands Handelspartner - das sind etwa China und Indien - sowie verschärfte Maßnahmen gegen die sogenannte russische Schattenflotte, die zur Ausfuhr von russischem Erdöl genutzt wird.
Die EU hatte nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 Vermögenswerte der russischen Zentralbank im Wert von rund 200 Milliarden Euro eingefroren. Ein Großteil davon wird von dem Wertpapierverwalter Euroclear in Belgien verwahrt. Im vergangenen Jahr nutzte die EU - zusammen mit ihren G7-Partnern - die Zinsen aus diesen Vermögenswerten, um einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar an die Ukraine zu garantieren, der derzeit in Raten ausgezahlt wird.
Mehrere EU-Staaten dringen darauf, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte aggressiver zu verwerten, zur Debatte stehen eine vollständige Beschlagnahme oder die Investition der Vermögenswerte, um höhere Renditen darauf zu erzielen. Zu den Gegnern eines solchen gehört jedoch unter anderem Belgien. Österreich war in Kopenhagen durch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) vertreten.
Zusammenfassung
- Die EU hat seit Februar 2022 rund 200 Milliarden Euro an Vermögenswerten der russischen Zentralbank eingefroren, die überwiegend von Euroclear in Belgien verwaltet werden.
- Kaja Kallas schließt eine Rückgabe der eingefrorenen Gelder an Russland aus und fordert, alle verfügbaren Wege zur Rechenschaft Moskaus für Kriegsschäden an der Ukraine zu prüfen.
- Die EU diskutiert derzeit über weitere Sanktionen, darunter Maßnahmen gegen russische Handelspartner wie China und Indien sowie die Nutzung der Zinserträge zur Absicherung eines 50-Milliarden-Dollar-Kredits an die Ukraine.