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EU plant Führerschein auf Zeit für Pensionisten

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Die EU-Minister:innen wollen beim Verkehrsministerrat am 1. Juni über einen Führerschein auf Zeit für Senioren diskutieren. Kritik an dem Konzept gibt es aus Österreich von Pensionistenvertretern und Autofahrerclubs.

Die EU-Kommission plant eine große Führerscheinreform, darin soll unter anderem auch die digitale Lenkberechtigung geregelt werden. Ebenfalls diskutiert werden sollen aber auch neue Regelungen für Pensionisten.

Geplant sind regelmäßige Fahrtauglichkeitstests für Personen ab 75 Jahren. Zudem soll der Schein nur mehr fünf Jahre gültig sein. Die Ausgestaltung dieser Reform soll bei den Ländern liegen. Darüber beraten werden soll am 1. Juni beim Verkehrsministerrat. 

Ähnliche Regelungen bereits in anderen Ländern

Während in einigen Ländern, wie etwa den Niederlanden, Finnland, Spanien oder Slowenien, bereits die Fahrtüchtigkeit von über 75-Jährigen überprüft wird, wird das Thema in Österreich noch diskutiert.  Laut Seniorenratspräsident Peter Kostelka würde ein Ländervergleich zeigen, dass es hier "keinen Unterschied" mache, ob es eine altersbedingte Fahrtüchtigkeitsüberprüfung gibt oder nicht. Er sehe hier ganz klar eine Form der "Altersdiskriminierung", wie er im PULS 24 Interview erklärt.

Bei PULS 24 diskutieren Seniorenratspräsident Peter Kostelka und Fahreignungs-Testerin Edith Grünseis-Pacher über das Thema: Senioren am Steuer.

Kritik auch von ARBÖ und ÖAMTC

Doch auch ARBÖ und ÖAMTC stehen der geplanten Änderung kritisch gegenüber. Während der ARBÖ verpflichtende Tests generell ablehnt und stattdessen auf Selbstverantwortung setzten will, fordert der ÖAMTC auf, die jeweiligen Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. "Es muss kein System sein, das nur null oder eins kennt", meint dazu die ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka gegenüber der "Kronen Zeitung".

Eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit könne man laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit erst ab 80 Jahren andenken. Eine defensive Fahrweise würde die altersbedingten Beeinträchtigungen, wie etwa eine langsamere Reaktionszeit, wieder ausgleichen.

Ähnlich sieht das auch Fahreignungs-Testerin Edith Grünseis-Pacher im PULS 24 Interview. Sie spricht sich für eine generelle Fahrtauglichkeitsprüfung unabhängig vom Alter aus. "Wenn man eine Erkrankung hat oder irgendwelche Vorfälle sind, wo es dann sein kann, dass die Fahreignung beeinträchtigt ist", mache laut Grünseis-Pacher eine Überprüfung Sinn, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

ribbon Zusammenfassung
  • Die EU-Minster:innnen wollen beim Verkehrsministerrat am 1. Juni über einen Führerschein auf Zeit für Senioren diskutieren.
  • Geplant sind regelmäßige Fahrtauglichkeitstests für Personen ab 75 Jahren.
  • Kritik an dem Konzept gibt es aus Österreich von Pensionistenvertreter und Autofahrerclubs.