APA - Austria Presse Agentur

EU-Beamter: "Kurz bekommt keine einzige Extra-Dosis"

22. März 2021 · Lesedauer 2 min

Die Forderungen aus Österreich bezüglich der Impfstoffverteilung kommen in Brüssel schlecht an – laut einem Beamten wird es keine einzige Impfdosis mehr für Österreich geben.

Bereits seit ein paar Tagen rumort es in der Beziehung zwischen Österreich und der EU. Es geht um die Verteilung des zentral von der EU organisierten Impfstoffes. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ortete eine Ungleichbehandlung und fordert einen "Korrekturmechanismus". Martin Clemes Auer, bis vor kurzem noch Vize-Koordinator auf EU-Ebene musste seinen Hut nehmen, er habe die Bundesregierung über Möglichkeiten, weiteren Impfstoff zu kaufen nicht informiert, hieß es unisono von Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Keine zusätzliche Dosis für Österreich

Auf EU-Ebene sorgte die Forderung von Kurz für Unmut, der Ablauf der Impfstoffbeschaffung sei auch in Österreich bekannt gewesen – auch die Möglichkeit, von anderen Staaten nicht gewollten Impfstoff zu ordern. Brüsseler Diplomaten hätten Kurz dafür gerügt, dass er die EU als "Sündenbock" benutze und mit den Impfstoffen Innenpolitik mache, schreibt die "Financial Times" (FT).

Laut dem Bericht arbeiten nun Beamten daran, 10 Millionen zusätzliche Impfdosen an eine Handvoll Mitgliedsstaaten zu verteilen. Österreich gehört nicht zu diesen Ländern. "Kurz wird nicht eine einzige Extra-Dosis bekommen", sagte ein EU-Beamter, der mit dem Plan vertraut ist, gegenüber der FT. Die zusätzlichen Impfdosen werden am ehesten an Estland, Lettland, Bulgarien und Kroatien gehen, heißt es in der FT. Der übrige Teil der Lieferung soll anteilsmäßig an die EU-Staaten verteilt werden.

Quelle: Redaktion / moe