APA - Austria Presse Agentur

Erste Gespräche mit Europa: Biden rief Johnson und Macron an

24. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Als erster europäischer Regierungschef hat der britische Premierminister Boris Johnson mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden telefoniert. "Großartig, mit Präsident Joe Biden zu sprechen", twitterte Johnson am Samstagabend. "Ich freue mich darauf, das langjährige Bündnis zwischen unseren beiden Ländern zu vertiefen, während wir eine umweltfreundliche und nachhaltige Erholung von Covid-19 vorantreiben." Später telefonierte Biden auch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Ein britischer Regierungssprecher sagte, Johnson habe Bidens Entscheidung begrüßt, dem Pariser Klimaschutzabkommen und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wieder beizutreten. Die Politiker hätten zudem über die Rolle der NATO und die Möglichkeit eines bilateralen Handelsabkommens gesprochen. "Der Premierminister hat seine Absicht bekräftigt, bestehende Handelsprobleme so schnell wie möglich zu lösen", sagte der Sprecher.

Das Weiße Haus bestätigte das Gespräch später und teilte mit, Biden habe seinen Willen bekräftigt, das besondere Verhältnis zu Großbritannien weiter zu stärken und den transatlantischen Verbindungen zu neuem Schwung zu verhelfen. Zudem habe Biden die Bedeutung der NATO als Verteidigungsbündnis betont, hieß es weiter. Biden, der seit Mittwoch Präsident ist, hatte zuvor nur mit seinen Amtskollegen in den Nachbarländern Kanada und Mexiko gesprochen.

Die von den USA und Großbritannien stets betonte "spezielle Beziehung" könnte nach Ansicht von Politologen mit dem Duo Biden/Johnson auf eine Probe gestellt werden. Der Brite hatte stets seine enge Zusammenarbeit mit Bidens Vorgänger Donald Trump betont, diesen aber nach den Unruhen rund um das Kapitol in Washington Anfang Jänner kritisiert. Biden wiederum hatte im Wahlkampf häufig den von Johnson vorangetriebenen Brexit kritisiert.

Später warb Biden bei einem Gespräch mit seinem französischen Kollegen Macron für eine Stärkung der bilateralen Beziehungen. Wie das Weiße Haus am Sonntag mitteilte, wolle Biden das transatlantische Verhältnis stärken, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und dem Verteidigungsbündnis NATO. Die USA und Frankreich seien sich zudem einig, bei Themen der Außenpolitik, "darunter China, der Nahe Osten, Russland und die Sahelzone", zusammenzuarbeiten, hieß es.

Vor den beiden Europäern hatte Biden bereits mit seinen Kollegen in Kanada und Mexiko gesprochen, den Nachbarländern der USA. Biden ist seit Mittwoch US-Präsident.

Quelle: Agenturen