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Musk bestreitet Vorwürfe von sexueller Belästigung

20. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Der Unternehmer bestreitet über Twitter Vorwürfe, dass er eine Flugbegleiterin seiner Firma SpaceX sexuell Belästig haben soll. Darüber hat "Business Insider" am Donnerstag berichtet und sich auf eine "anonyme Quelle" berufen.

Der Milliardär Elon Musk hat am späten Donnerstag auf Twitter die Behauptungen in einem Zeitungsbericht, er habe 2016 eine Flugbegleiterin in einem Privatjet sexuell belästigt, als "völlig unwahr" zurückgewiesen.

Zahlung nach Klage

"Business Insider" hatte am Donnerstag berichtet, dass Musks Unternehmen SpaceX im Jahr 2018 250.000 US-Dollar gezahlt hat, um eine Klage wegen sexueller Belästigung einer ungenannten Flugbegleiterin eines Privatjets beizulegen, die Musk beschuldigte, sich ihr gegenüber entblößt zu haben.

In dem Artikel wird eine anonyme Person zitiert, die angab, eine Freundin der Flugbegleiterin zu sein. Die Freundin hatte dem Artikel zufolge im Rahmen des privaten Vergleichsverfahrens eine Erklärung abgegeben.

"Ich habe eine Herausforderung für diese Lügnerin, die behauptet, dass ihre Freundin mich 'entblößt' gesehen hat - beschreiben Sie nur eine Sache, irgendetwas (Narben, Tattoos, ...), das der Öffentlichkeit nicht bekannt ist. Das wird ihr nicht gelingen, weil es nie passiert ist", twitterte Musk.

Der Bericht von "Business Insider" lässt sich noch nicht unabhängig verifizieren. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur "Reuters" an das Magazin blieb unbeantwortet. Musk und SpaceX reagierten nicht auf Anfragen von "Reuters" nach einem Kommentar zu der Business-Insider-Geschichte oder zu Musks Tweets.

Entblößt, berührt, Massage eingefordert

Musk soll sich nicht nur entblößt haben, sondern auch den Oberschenkel der Flugbegleiterin gerieben und ihr angeboten haben, ihr ein Pferd zu kaufen, wenn sie während einer Massage während des Fluges "mehr tun" würde, zitiert "Business Insider" die Freundin der Flugbegleiterin.

Die Flugbegleiterin kam zu der Überzeugung, dass ihre Weigerung, Musks Angebot anzunehmen, ihre Chancen auf eine Anstellung bei SpaceX beeinträchtigt hatte und veranlasste sie 2018, einen Anwalt zu beauftragen, heißt es laut dem Bericht. 

Die Raketenfirma schloss einen außergerichtlichen Vergleich und schloss eine Geheimhaltungsvereinbarung ein, die die Flugbegleiterin daran hinderte, darüber zu sprechen, so Business Insider. Die Nachrichtenseite nannte weder den Namen der Freundin noch den der Flugbegleiterin.

Zusammenhang mit Twitter-Übernahme? 

Musk, der auch Chef von Tesla Inc. ist und sich mitten in einem umstrittenen Versuch befindet, das Soziale Netzwerk Twitter zu kaufen, sagte am Mittwoch, dass er die Republikaner statt die Demokraten wählen würde, und sagte voraus, dass eine "Schmutzkampagne gegen mich" folgen würde.

In dem "Business Insider"-Artikel wurde Musk mit den Worten zitiert, die Geschichte der Flugbegleiterin sei ein "politisch motivierter Hit Piece" und es stecke "viel mehr hinter dieser Geschichte".

Am Donnerstagabend tweetete Musk zunächst: "Die Angriffe gegen mich sollten durch eine politische Linse betrachtet werden - das ist ihr Standard (abscheuliches) Spielbuch - aber nichts wird mich davon abhalten, für eine gute Zukunft und Ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu kämpfen." In seinem ersten Tweet ging er nicht speziell auf die Anschuldigungen in dem Business Insider-Artikel ein.

"Und fürs Protokoll: Diese wilden Anschuldigungen sind absolut unwahr", fügte Musk in einem weiteren Tweet hinzu. Er twitterte auch, dass der Artikel dazu gedacht war, die Übernahme von Twitter zu stören.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj