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Eine Tote nach nächtlichen Drohnenangriffen in Russland

Heute, 07:16 · Lesedauer 3 min

In der westrussischen Region Woronesch ist nach Behördenangaben eine Frau an den Folgen eines nächtlichen ukrainischen Drohnenangriffs gestorben. "Zu unserem großen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat", erklärte Gouverneur Alexander Gussew am Sonntag auf Telegram. Eine Frau liege im Spital, zwei Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden.

Nach Angaben Gussews handelt es sich um einen "der schwersten Drohnenangriffe seit Beginn der militärischen Spezialoperation" auf die Stadt. Mit dem Begriff bezeichnen russische Funktionäre den von Präsident Wladimir Putin vor knapp vier Jahren befohlenen Krieg gegen die Ukraine.

Beide Seiten beschießen in dem Krieg auch intensiv das Hinterland der gegnerischen Kriegspartei, wobei es immer wieder auch zu zivilen Opfern kommt. Die Ukraine setzt dabei vor allem auf Drohnen und zielt auf Objekte der Öl- und Gasindustrie, Russland nutzt zudem auch Raketen und Marschflugkörper und beschießt Anlagen zur Energieversorgung. Das Ausmaß der Zerstörungen und die Anzahl der Toten und Verletzten in der Ukraine ist dabei deutlich höher als in Russland.

Dem ukrainischen Energieministerium zufolge griffen russische Streitkräfte in der Nacht auf Sonntag erneut das Stromnetz des Landes an. Dabei sei vorübergehend die Stromversorgung in den südöstlichen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unterbrochen worden.

"In dieser Woche gab es keinen einzigen Tag ohne Angriffe auf Energieanlagen und kritische Infrastruktur", teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit. Insgesamt seien 44 Angriffe verzeichnet worden. Der vierte Kriegswinter könnte der bisher kälteste werden, da die Schäden am Netz die Versorger an ihre Grenzen bringen. Die Temperaturen, die bereits unter minus zwölf Grad Celsius liegen, sollen im Laufe der Woche auf minus 20 Grad fallen.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem schweren russischen Angriff am Freitag mehr als 1.000 Wohngebäude weiterhin ohne Heizung. "Die Lage bei der Energieversorgung in der Hauptstadt bleibt sehr schwierig", teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Ein Raketenangriff hatte am Freitag bei starkem Frost praktisch die gesamte Stadt von der Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten. Zwar konnten die Behörden die Wasserversorgung wiederherstellen und die Strom- und Wärmeversorgung teilweise wiederaufnehmen, die Reparaturarbeiten dauern jedoch an.

Blackout in Region Saporischschja behoben

Der von schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht verursachte vollständige Stromausfall in der Region Saporischschja wurde nach Behördenangaben unterdessen weitgehend behoben. "Stand 07.00 Uhr (06.00 Uhr MEZ) ist die Stromversorgung in der Region Saporischschja - und das betrifft 382.500 Familien und Firmen - vollständig wiederhergestellt", sagte der Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, Andrij Stasewskyj, laut einem Telegram-Eintrag des Unternehmens.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe startete Russland in der Nacht 154 Kampfdrohnen. 125 seien abgefangen worden, es habe aber auch mehr als 20 Einschläge gegeben, räumte die Flugabwehr ein. Seit Kriegsbeginn vor fast vier Jahren attackiert Russland systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Inzwischen ist das ukrainische Netz so geschwächt, dass die Stromversorgung in vielen Landstrichen beschränkt oder sogar ganz zusammengebrochen ist.

Russische Truppen brachten unterdessen nach Angaben der Regierung in Moskau die Ortschaft Bilohirja in der Region Saporischschja unter ihre Kontrolle. Die russischen Einheiten hätten zudem gezielt ein ukrainisches Rüstungsunternehmen und Energieanlagen angegriffen, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben zum Kampfgeschehen war nicht möglich.

Zusammenfassung
  • In der russischen Region Woronesch starb nach einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff eine Frau, während eine weitere Person im Krankenhaus behandelt wird und zwei nach ambulanter Versorgung entlassen wurden.
  • Russland setzte in der Nacht 154 Kampfdrohnen gegen die Ukraine ein, von denen laut ukrainischer Luftwaffe 125 abgefangen wurden, während mehr als 20 Einschläge gemeldet wurden.
  • Nach massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur sind in Kiew weiterhin über 1.000 Wohngebäude ohne Heizung und in der Region Saporischschja wurde der Stromausfall für 382.500 Haushalte und Firmen inzwischen behoben.