Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Belgorod
Die Grenzregion Belgorod ist in den vergangenen Wochen wiederholt von Drohnenangriffen getroffen worden. Die russischen Behörden meldeten mehrere verletzte Zivilisten sowie Schäden an Häusern und Fahrzeugen.
Zudem griff die Ukraine erneut den russischen Ostsee-Hafen Ust-Luga mit Drohnen an. Der für den Ölexport wichtige Hafen sei beschädigt und ein Brand ausgelöst worden, teilt der Gouverneur der nordwestrussischen Region Leningrad, Alexander Drosdenko, via Telegram mit. Einsatzkräfte seien dabei, den Brand zu löschen. Insgesamt habe die russische Flugabwehr 31 Drohnen im Leningrader Gebiet abgeschossen, sagte er.
Von Ust-Luga aus werden etwa auch Flüssiggas (LNG), Düngemittel und Kohle verschifft. Es ist nicht der erste Angriff auf den Hafen in dieser Woche, bei dem schon zuvor Öltanker, Depots und Verladestationen beschädigt worden sein sollen. Anrainer der Region hatten Bilder in sozialen Netzwerken von den Rauchwolken am Himmel veröffentlicht und über schlechte Luft und Brandgeruch geklagt.
Die Ukraine griff das Gebiet die dritte Nacht in Folge an - als Teil ihres Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Ziel Kiews ist es, Russland so die für die Rüstungsindustrie wichtigen Einnahmen aus dem Export von Öl und anderen Rohstoffen zu nehmen.
Die Ukraine hatte zuletzt mehrfach die Ostsee-Häfen Primorsk und Ust-Luga attackiert. Die Öl-Verladung dort musste daraufhin wiederholt gestoppt werden. Die Ukraine verstärkt seit Wochen ihre Drohnenangriffe auf die russische Ölinfrastruktur, um die Einnahmen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Attacken auf die Anlagen der Ölindustrie im Leningrader Gebiet, das an die Millionenmetropole St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt. Die Russen verfügten nun nur noch 40 Prozent der Kapazitäten dort, sagte er.
Benzinexportverbot soll Preise in Russland stabil halten
Die russische Regierung hat ein neues Benzinexportverbot angekündigt, das von diesem Mittwoch (1. April) an bis 31. Juli dauern soll. So sollen die Preise an den russischen Tankstellen stabil gehalten werden. Grund für den Schritt sind die geopolitischen Turbulenzen im Zuge des Iran-Krieges und die hohe internationale Nachfrage nach Treibstoff.
Russland hatte nach den massiven Angriffen der Ukraine auf Anlagen der Ölindustrie und wegen daraus folgender Defizite in der Vergangenheit immer wieder zeitlich begrenzte Exportverbote für Benzin und Diesel verhängt.
Ukraine meldet 442 russische Drohnenattacken
Auch die Ukraine meldete erneut massenhafte russische Drohnenangriffe. Die meisten der 442 Flugobjekte seien zerstört worden, teilte die Flugabwehr mit. Trotzdem habe es auch Treffer gegeben, hieß es. Im Gebiet Mykolajiw im Süden der Ukraine meldeten die Behörden zehn Verletzte nach Drohnenangriffen. Im Gebiet Odessa am Schwarzen Meer berichteten die Behörden von russischen Angriffen auf die Energieanlagen. Es komme deshalb zu Stromausfällen, hieß es.
Seit Beginn seiner Offensive vor fast vier Jahren feuert Russland fast täglich Drohnen und Raketen auf die Ukraine ab. Als Reaktion auf Russlands Attacken greift die Ukraine regelmäßig russisches Territorium an und nimmt dabei insbesondere Einrichtungen der Energieinfrastruktur ins Visier.
Zusammenfassung
- Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod wurde laut Behörden ein Zivilist in Graiworon getötet.
- Die Ukraine griff erneut den russischen Ostseehafen Ust-Luga mit Drohnen an, wobei der Hafen beschädigt, ein Brand ausgelöst und nach Angaben des Gouverneurs 31 Drohnen abgeschossen wurden.
- Russland meldete 442 russische Drohnenangriffe auf die Ukraine, von denen die meisten abgewehrt wurden, dennoch gab es zehn Verletzte im Gebiet Mykolajiw und Stromausfälle im Gebiet Odessa.
