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Diplomatischer Streit zwischen Budapest und Kiew

28. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die Äußerung von Ungarns Premier Viktor Orbán, die Ukraine sei ein "Niemandsland wie Afghanistan", hat zu einem diplomatischen Eklat geführt. Während der ungarische Botschafter ins ukrainische Außenamt zitiert wurde, reagierte der ungarische Außenminister Pèter Szijjártó am Samstag. Der Bürgermeister der ukrainischen Stadt Dnipro bezeichnete Orban als "Schlampen-Gesicht".

Szijjártó betonte am Samstag: Infolge des Krieges sterben Tausende von Menschen, würden ganze Landesteile veröden. Deswegen wolle Ungarn Frieden und anstelle von Waffenlieferungen eine sofortige Feuerpause. Ungarn wolle weder in Worten noch in Taten in den Krieg hineingezogen werden, zitierte das Onlineportal "Index.hu" Szijjártó, der auf die Aussagen des rechtsnationalen Premiers nicht direkt einging.

Bei seinem Treffen mit ausländischen Journalisten hatte Orbàn laut dem Onlineportal erklärt, das Ziel Russlands bestünde darin, die Ukraine zu einem "unregierbaren Wrack" zu machen, was auch gelänge. Die Zeit würde Russland in die Hände spielen, das jederzeit neue Menschen in die Armee einberufen könne, während in der Ukraine die personellen Ressourcen zur Neige gingen. Selbst mit Hilfe des Westens könne die Ukraine Russland nicht besiegen.

Kiew sprach von "komplett inakzeptablen" Bemerkungen. Die Regierung in Budapest versuche bewusst, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu zerstören, hieß es weiter. Orbán erhielt auch scharfe Kritik seitens des Bürgermeisters der ukrainischen Stadt Dnipro. Borys Filatow bezeichnete Orbán als "Schlampen-Gesicht", berichtete das Onlineportal "Telex.hu". Nicht die Ukraine sei ein Niemandsland, sondern Ungarn. Filatow kritisierte als "völlig moralische Null", wenn jemand unter dem Rock der EU und NATO versteckt jedem in den Rücken falle.

Quelle: Agenturen