Die PULS 24 Sonntagsfrage: SPÖ vorne, Nehammer-ÖVP mit schwierigem Start

09. Dez 2021 · Lesedauer 4 min

Die FPÖ kommt auf den dritten Platz, die Grünen liegen stabil gleichauf mit den NEOS. Alle Ergebnisse auch heute im Newswroom Live um 22:20 Uhr auf PULS 24.

In der ersten und exklusiven PULS 24 Sonntagsfrage erreicht die von Neo-Bundeskanzler Karl Nehammer geführte ÖVP 23 Prozent, was ein Minus von 14,5 Prozentpunkten im Vergleich zur Nationalratswahl 2019 bedeutet. Das geht aus einer vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse für PULS 24 durchgeführten Online-Umfrage, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, hervor.

Auf Platz eins landet die SPÖ mit 26 Prozent (NRW 2019: 21,2%). Die FPÖ legt im Vergleich zum Ergebnis bei der Nationalratswahl 2019 zu und kommt auf 20 Prozent (NRW 2019: 16,2%). Die Grünen fallen von knapp 14 Prozent auf nun 12 Prozent und liegen damit gleichauf mit den NEOS, die ebenfalls auf 12 Prozent kommen würden (NRW 2019: 8,1%). Ein großer Anteil von 7 Prozent teilt sich auf andere Parteien auf und würde damit die Chance für neue Parteien erhöhen, in den Nationalrat einzuziehen.

Ampel-Koalition nach deutschem Vorbild auch bei uns?

Für IFDD Geschäftsführer Christoph Haselmayer ist eine Ampel-Koalition nach dem Vorbild Deutschlands - mit Roten, Grünen und Liberalen - also auch in Österreich möglich. Hätte er noch vor einiger Zeit gesagt, dass Pamela Rendi-Wagner Kanzlerin werden könnte, hätten die Leute geglaubt, ihm sei ein Scheinwerfer auf den Kopf gefallen. Nun sei das aber durchaus im Bericht des Möglichen. 

Außerdem war das Potential für Rest-Parteien in Österreich "noch nie so hoch wie heute. Neue Parteien könnten den Sprung in das Parlament schaffen." Nehammer starte hingegen "mit einer schwer angeschlagenen Partei". Im Moment glaubt auch die Mehrheit (49 Prozent), dass Nehammer nicht für das Amt des Bundeskanzlers geeignet ist. 39 Prozent trauen es ihm hingegen zu.

PULS 24/IFDD

Für PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner hat "die ÖVP nicht nur durch den chaotischen Rücktritt von Sebastian Kurz und den zweimaligen Kanzlerwechsel an Vertrauen verloren, sondern wird vor allem auch wegen des schlechten Corona-Managements der Regierung in den Umfragen abgestraft. Immerhin 39 Prozent der Befragten glaube aber, dass der neue Kanzler Karl Nehammer für das Amt geeignet ist. Damit hat er deutlich bessere Werte als sein Vorgänger Alexander Schallenberg. Die SPÖ kann sich zwar leicht absetzen und liegt auf Platz 1, angesichts der großen Probleme der ÖVP ist der Vorsprung aber dann doch sehr überschaubar".

Impfpflicht

Ebenfalls abgefragt wurde, wie die Menschen zu einer Impfpflicht-Einführung stehen. 59 Prozent sprechen sich dafür aus, 35 Prozent sind dagegen. Selbst bei deklarierten FPÖ-Wählern spricht sich fast ein Viertel für eine Einführung aus, 71 Prozent von ihnen sind dagegen.

PULS 24/IFDD

Ähnlich ist die Einstellung zum Lockdown. 51 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dieser nötig ist, 10 Prozent sogar der Meinung, dass er bis Ende des Jahres verlängert werden soll. Auch 21 Prozent der FPÖ-Wähler halten den Lockdown für nötig, 7 Prozent auch eine Verlängerung - 70 Prozent der blauen Wähler sind gegen den Lockdown.

Corona-Politik der Regierung

Die Corona-Politik der österreichischen Regierung kommt bei den Österreichern nicht gut weg. Die Hälfte findet, dass die Krise nicht gut gemeistert wurde und die Politiker viel zu langsam reagiert haben. 23 Prozent hätten härtere Maßnahmen bevorzugt, 14 Prozent hingegen fanden, dass gar keine Maßnahmen zu verhängen der bessere Weg gewesen wäre. Nur neun Prozent finden, dass die Regierung in der Pandemie alles gut im Griff hatte. 

Umfrage: "Wie beurteilen Sie die Corona-Politik der österreichischen Regierung?"PULS 24

Neue Minister kaum bekannt

Die neuen Mitglieder der Regierung, Innenminister Gerhard Karner, Bildungsminister Martin Polaschek und Finanzminister Magnus Brunner sind den Befragten größtenteils nicht bekannt. Durchwegs mehr als zwei Drittel gaben an, die neuen Ministernamen nicht zu kennen. Karner und Brunner waren nur 26 Prozent ein Begriff, Polaschek nur 24 Prozent.

Umfrage: "Kennen Sie die neuen Minister dem Namen nach oder nicht?"PULS 24

Zur Umfrage

Quelle: IFDD - Institut für Demoskopie und Datenanalyse GmbH, Umfragezeitraum 06.12. bis 09.12.2021, 800 Online-Interviews, repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, max. Schwankungsbreite ± 3,5%, Umfragezeitraum = Feldzeit.

Sonntagsfrage, Deklarierte n=552, max. Schwankungsbreite ±4,2%. IFDD ist Mitglied im Verband der Marktforscher Österreichs und handelt nach den gültigen Normen und ethischen Grundsätzen von ESOMAR. Laut aktuellen Werten der Statistik Austria nutzen 93% der 16-bis 74-Jährigen das Internet. Die Digitalisierung hat speziell bei älteren Personengruppen aufgrund der Corona-Pandemie zugenommen.

Quelle: Redaktion / moe