APA - Austria Presse Agentur

Deutschland zählt Österreich wieder zu Hochrisikogebieten

14. Jan 2022 · Lesedauer 3 min

Österreich ist wieder auf der deutschen Hochrisikoliste. Für Köstinger war die Entscheidung "erwartbar". Zudem verwies sie auf die hohe Testrate in Österreich, die die Entscheidung Deutschlands ebenfalls beeinflusst haben könnte.

Deutschland hat Österreich erneut auf die Liste der Corona-Hochrisikogebiete gesetzt, angesichts der stark steigenden Infektionszahlen durch die Virusvariante Omikron. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag bekannt gab, gilt Österreich damit ab kommenden Sonntag als Hochrisikogebiet, was bedeutet, dass eine Einreiseregistrierung sowie eine Quarantäne für Nicht-Immunisierte vorgeschrieben sind.

Von der Maßnahme erneut ausgenommen sind die Gemeinden Mittelberg (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol) sowie das Rißtal im Gemeindebiet von Vomp und Eben am Achensee (Tirol).

Köstinger:  Sicherer Urlaub für Geimpfte

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) wies in einer Aussendung zu der Entscheidung am Freitag darauf hin, dass die Einschränkung durch die Neueinstufung geimpfte Personen nicht betrifft: "Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen." Personen, die weder geimpft noch genesen sind, müssen allerdings eine zehntägige Quarantäne antreten, von der frühestens nach fünf Tagen freigetestet werden darf. Die Absonderungspflicht gilt auch für Kinder, wobei bei Kleinkindern unter sechs Jahren die Quarantäne nach fünf Tagen auch ohne Freitestung automatisch endet.

Köstinger zeigte sich besorgt für den Wintertourismus wegen der nun vorgeschriebenen Quarantänepflicht für ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren bei der Rückkehr nach Deutschland: "Auch wenn Familien mit Kindern unter 12 Jahren nur rund ein Fünftel unser ausländischen Gäste ausmachen, ist diese Regelung für Österreich problematisch, da alle Kinder, die noch nicht voll immunisiert sind, eine mindestens fünftägige Quarantäne antreten müssen, auch wenn deren Eltern voll immunisiert sind." Die ÖVP-Ministerin wolle sich deshalb "weiterhin dafür einsetzen, dass die Empfehlungen der Europäischen Union umgesetzt werden" - nämlich dass Deutschland Unter-12-jährige, die unter Aufsicht eines Erwachsenen reisen, von der Nachweispflicht befreit.

Hohe Testrate schuld?

Köstinger verwies zudem auf die hohe Testrate in Österreich, die die Entscheidung Deutschlands ebenfalls beeinflusst haben könnte: "Diese Entwicklung ist enttäuschend, war aber erwartbar und eine logische Konsequenz. Denn die deutschen Kriterien für die Risiko-Einstufung basieren neben der Ausbreitungsgeschwindigkeit und Hospitalisierungsrate auch auf der 7-Tages-Inzidenz sowie der Testpositivrate. Hier muss man dazu sagen, dass in Österreich 32-mal so viel getestet wird, als in Deutschland."

Platter: Sicherem Urlaub steht nichts im Weg

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) meinte indes auf APA-Anfrage, die deutsche Bewertung als Hochrisikogebiet komme "aufgrund der Infektionslage nicht überraschend und betrifft mittlerweile zahlreiche europäische Länder": "Omikron ist in Europa längst angekommen, daran wird auch die Bewertung als Hochrisikogebiet nichts ändern". Einem sicherem Urlaub für geimpfte Personen stehe in Tirol aber nach wie vor "nichts im Weg", so der Landeshauptmann. Diese Regelung deckt sich nämlich mit der österreichischen 2G-Regel in Beherbergungsbetrieben. Gleichzeitig mahnte Platter von Deutschland ein, sich "schleunigst" an einer Lösung für Kinder zu beteiligen. "Für unter 12-Jährige gibt es klare Empfehlungen der Europäischen Union, die eine Befreiung von der Quarantänepflicht für Kinder vorsehen", erinnerte der Landeschef.

Österreich war zuvor vom 14. November bis zum Christtag (25. Dezember) auf der deutschen Liste der Hochrisikoländer gestanden. Davon ausgenommen waren lediglich die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal, die nur von Deutschland aus zugänglich sind. Zuletzt standen bereits alle Nachbarländer Deutschlands bis auf Österreich auf der Liste der Hochrisikogebiete.

Quelle: Agenturen / pea