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Deutschland mit weiteren Einreisebeschränkungen ab Samstag

29. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Um die Ausbreitung besonders ansteckender Varianten des Coronavirus zu bremsen, hat die deutsche Bundesregierung die Einreise aus fünf stark betroffenen Ländern ab Samstag drastisch eingeschränkt. Darunter sind mit Portugal und Irland zwei EU-Staaten, aber auch Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Laut Verordnung dürfen Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar aus diesen Ländern keine Passagiere mehr nach Deutschland befördern.

Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmeregeln, unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie Transitpassagiere. Auch der Warenverkehr bleibt unangetastet. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte die weitgehende Einreisebeschränkung für die sogenannten Virusvarianten-Gebiete bereits am Donnerstag angekündigt. Am Sonntag kommen mit Lesotho und Eswatini zwei kleine südafrikanische Staaten hinzu.

Die Fluggesellschaften sind von der Neuregelung besonders stark betroffen. Vom 1. bis 26. Jänner gab es nach einer Auswertung der Deutschen Flugsicherung 1.601 Ankünfte aus den fünf derzeitigen Mutationsgebieten und 1.572 Abflüge dorthin - also jeweils rund 60 pro Tag. Alleine Lufthansa bietet derzeit jeweils 55 Hin- und Rückflüge pro Woche in die betroffenen Länder an. Wie viele davon nun gestrichen werden, ist noch völlig unklar.

Ganz eingestellt wird der Flugverkehr wegen der zahlreichen Ausnahmen jedenfalls nicht. Dazu zählen auch die Beförderung von medizinischem Personal, Ambulanzflüge, der Organtransport und die Beförderung "aus dringenden humanitären Gründen". Auch für Crews von Luftfahrzeugen und Schiffen gilt keine Beschränkung.

Die deutsche Bundesregierung hatte die Einreise nach Deutschland bereits in den vergangenen Wochen und Monaten Schritt für Schritt erschwert. Rund 160 der knapp 200 Länder weltweit sind inzwischen in eine von drei Corona-Risikokategorien eingestuft. Für die niedrigste gilt eine Testpflicht spätestens 48 Stunden nach Einreise und eine zehntägige Quarantänepflicht, von der man sich nach fünf Tagen durch einen zweiten negativen Test befreien kann.

Für inzwischen rund 40 Länder in den beiden höheren Kategorien - darunter die Mutationsgebiete - wurden die Regeln bereits in der vergangenen Woche verschärft. Bei der Einreise aus diesen Ländern muss man nun schon bei Einreise einen negativen Test vorlegen, was an der deutsch-tschechischen Grenze zu Schlangen und Staus geführt hat.

Die deutsche Bundesregierung verfügte die Einreisesperre im Alleingang unabhängig von den EU-Partnern. Hintergrund ist, dass man sich unter den 27 EU-Staaten nicht auf ein einheitliches Vorgehen bei den Mutationsgebieten verständigen konnte.

Quelle: Agenturen