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Designierter US-Botschafter witzelt über Island als US-Staat

Heute, 10:54 · Lesedauer 2 min

In Island gibt es Ärger nach einer angeblich scherzhaften Äußerung des designierten US-Botschafters Billy Long, die Insel im Nordatlantik könne ein US-Bundesstaat werden. Medienberichten zufolge bat das Außenministerium Islands die dortige US-Botschaft um eine Klarstellung. Laut dem Nachrichtenportal "Politico" soll der als Botschafter nominierte, republikanische Ex-Kongressabgeordnete gewitzelt haben, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden – und er dessen Gouverneur.

In Island starteten Bürger daraufhin eine Petition, die die Außenministerin Katrín Gunnarsdóttir dazu auffordert, Long als Botschafter abzulehnen. Er habe die Worte möglicherweise nicht ganz ernst gemeint, "doch sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten und stets Freunde der Vereinigten Staaten waren", schreiben die Organisatoren. Am Freitagvormittag hatten gut 4.100 Personen die Online-Petition unterschrieben.

Longs angeblicher Witz kommt in einer angespannten diplomatischen Lage zwischen Grönland, Dänemark und den USA nach wiederholten Äußerungen von US-Präsident Trump, Amerika wolle das zum dänischen Königreich gehörenden Grönland kaufen oder notfalls annektieren. Wie "Arctic Today" berichtete, entschuldigte sich Long später für seine Äußerung. Er betonte demnach, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe. "Wenn sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich", sagte Long dem Blatt.

Island ist zwar kein Mitglied der EU, jedoch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums sowie Gründungsmitglied der NATO. Genau wie Grönland zählte auch Island einst zum Königreich Dänemark, wurde aber 1918 unabhängig und 1944 zur Republik erklärt.

Zusammenfassung
  • Nach einer scherzhaften Bemerkung des designierten US-Botschafters Billy Long, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden, forderte das isländische Außenministerium eine Klarstellung von der US-Botschaft.
  • Eine Online-Petition, die die Ablehnung Longs als Botschafter verlangt, wurde bis Freitagvormittag von rund 4.100 Menschen unterzeichnet.
  • Long entschuldigte sich später öffentlich für seine Aussage und betonte, es habe sich um einen Scherz gehandelt.