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Demonstrationen gegen Einwanderung in Australien

Heute, 07:29 · Lesedauer 2 min

In Australien sind am Sonntag landesweit Tausende Menschen gegen Einwanderung auf die Straße gegangen. In der Metropole Sydney schlossen sich dem Sender ABC zufolge zwischen 5.000 und 8.000 Personen einer Kundgebung an. Die Organisation "March for Australia" hat auf ihrer Internetseite Proteste unter anderem auch in Melbourne, Brisbane, Adelaide und der australischen Hauptstadt Canberra angekündigt.

Die Gruppe fordert ein Ende der "Massenmigration", die nach Ansicht von "March for Australia" den Zusammenhalt der australischen Gesellschaft untergrabe. Australiens Mitte-Links-Regierung verurteilte die Kundgebungen. Umweltminister Murray Watt sagte dem Fernsehsender Sky News, die Demonstrationen in Sydney zielten darauf ab, Hass zu verbreiten.

Watt sagte weiter, die Proteste seien von Neonazi-Gruppen "organisiert und beworben" worden. Bei "March for Australia" war zunächst keine Stellungnahme dazu zu bekommen. Die Demonstration in Sydney fand unweit des Marathons mit 35.000 Läufern statt, der im Stadtzentrum an der Oper endete. In der Nähe organisierte die Flüchtlingsorganisation "Refugee Action Coalition" eine Gegendemonstration, bei der die Gruppe selbst Hunderte Teilnehmer zählte. Sie wolle ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen, so die Organisation.

Auch in Melbourne gab es dem Sender ABC zufolge eine große Kundgebung, bei der die Polizei mit Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen sein soll. Die Polizei des Bundesstaates Victoria bestätigte den Bericht zunächst nicht, kündigte aber eine Stellungnahme zu den Demonstrationen an.

In Australien ist jeder zweite Einwohner entweder im Ausland geboren oder hat einen im Ausland geborenen Elternteil. Seit einiger Zeit wird in dem als klassisches Einwanderungsziel wahrgenommenen Land ein zunehmender Rechtsextremismus beobachtet, es kam auch zu Kundgebungen von Neonazis. In diesem Jahr traten Gesetze in Kraft, die den Hitlergruß verbieten.

Zusammenfassung
  • In Australien demonstrierten am Sonntag zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Sydney sowie weitere in Städten wie Melbourne, Brisbane, Adelaide und Canberra gegen Einwanderung.
  • Die Regierung verurteilte die Proteste scharf, Umweltminister Murray Watt warf den Organisatoren vor, Hass zu verbreiten und Neonazi-Gruppen einzubinden.
  • Zeitgleich fanden Gegendemonstrationen statt, etwa von der "Refugee Action Coalition" mit mehreren Hundert Teilnehmern, während die Polizei in Melbourne laut Medien Pfefferspray einsetzte.