APA - Austria Presse Agentur

Datenschutz-Bedenken: Grüner Pass kommt doch nicht via E-Card

07. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Die praktische E-Card-Lösung beim "Grünen Pass" ist Geschichte. Das Gesundheitsministerium reagiert damit auf Datenschutzbedenken und sucht nach einer neuen Lösung. Doch die Zeit wird knapp.

Aus Datenschutzbedenken lässt sich die E-Card nicht mit dem Grünen Pass kombinieren. Daher wird das Projekt vorerst zurückgestellt. Das berichtet die Futurezone des "Kurier" unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. 

Einmal fotografiert, immer abfragbar

Wenn am 19. Mai Österreich wieder öffnet, hätte der Plan vorgesehen, dass Wirte oder Friseure an der E-Card schnell und unkompliziert ablesen können, ob ihr Kunde getestet, geimpft oder genesen ist. Datenschützer wie epicenter.works hatten das kritisiert.  Mit dem einmaligen Abfotografieren der E-Card könne man den Status jederzeit erneut abfragt, wurde gewarnt. Zudem sei ein massenhaftes, automatisiertes Abrufen von Daten aller sozialversicherten Personen in Österreich möglich. Darauf reagierte das Gesundheitsministerium und legte die Umsetzung auf Eis. 

Zettelwirtschaft

Der momentane Stand ist nun, dass der Nachweis für Eintritte via QR-Code oder per ausgedruckten Dokumenten wie Testergebnissen oder auch per Impfpass stattfinden wird. Die von Kritikern angekündigte "Zettelwirtschaft" dürfte also Realität werden. 

Das Gesundheitsministerium gab an, an einer neuen Lösung zu arbeiten. Die Herausforderung dabei ist, dass auch Menschen, die mit Technik nicht so gut umgehen können oder kein Smartphone besitzen einen Nachweis brauchen. Außerdem muss der "Grüne Pass" fälschungssicher sein. Da auch bald ein Zertifikat auf EU-Ebene kommt, muss die österreichische Lösung auch damit kombinierbar sein.  

SPÖ: "Husch-Pfusch-Lösung"

Die NEOS fordern, dass man bei der Planung "zurück zum Start" geht. "Wir haben immer betont, dass der Grüne Pass Datenschutz-Standards entsprechen muss. Das was im Gesundheitsministerium offenbar geplant war, war nur ein weiteres Beispiel für den verantwortungslosen Umgang dieser Regierung mit Datenschutz." SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher kritisiert eine "Husch-Pfusch-Lösung mit massiven Sicherheitsbedenken".

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam