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Dänemark sichert Grönland Unterstützung zu

Heute, 16:38 · Lesedauer 3 min

Im Konflikt mit den USA um Grönland stimmt Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen die Bevölkerung der Arktisinsel auf ernste Zeiten ein und sichert ihnen die Solidarität ihrer Regierung zu. Bei einem Besuch in der grönländischen Hauptstadt Nuuk sagte Frederiksen zum Sender DR, sie sei in erster Linie dort, "um der grönländischen Bevölkerung unsere starke Unterstützung aus Dänemark zu zeigen. Es war eine sehr, sehr schwierige Zeit."

Zusammen mit dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen wolle sie sich auf den "diplomatischen, politischen Weg" vorbereiten, den die beiden Länder in dieser "ernsten Lage" weiterverfolgen werden, sagte Frederiksen zu DR. Frederiksen war direkt vom EU-Sondergipfel in die grönländische Hauptstadt gereist. Nach der vorübergehenden Zuspitzung des Grönlandkonflikts mit den USA hatten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Brüssel getroffen.

Am Mittwoch kam eine überraschende Deeskalation der Lage durch US-Präsident Donald Trump. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er, dass er im Grönlandkonflikt doch keine gewaltsame Lösung anstrebe. Trump nahm auch seine Drohung mit Strafzöllen gegen Dänemark und andere europäische Länder zurück und begründete das damit, dass während eines Treffens mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Frederiksen erklärte, die Sicherheit in der Arktis sei ein Anliegen für die ganze NATO. Deshalb sei es gut und natürlich, dass dieses Thema auch zwischen dem NATO-Chef und dem US-Präsidenten besprochen werde. "Dänemark setzt sich seit langem dafür ein, dass die NATO ihr Engagement in der Arktis stärkt." Der NATO-Chef habe aber kein Mandat, im Namen von Grönland und Dänemark zu verhandeln.

Am Freitag teilte das dänische Militär mit, dass die von Dänemark koordinierte Militärübung "Arctic Endurance" in und um Grönland, an der sich auch weitere NATO-Verbündete beteiligen, begonnen habe. Sie solle noch bis zum Jahresende fortgeführt werden. In der vergangenen Woche waren neben den dänischen Soldaten auch internationale Soldaten - unter anderem aus Deutschland, Norwegen, Schweden und Großbritannien - zu einer mehrtägigen Erkundungstour als Vorbereitung auf die Übung in Grönland angekommen. Inzwischen sind die deutschen Bundeswehrsoldaten wieder abgereist.

Weitere Teilnehmer an der Übung sind Frankreich, Finnland, die Niederlande, Island und Belgien. Nach dänischen Militärangaben haben weitere NATO-Verbündete ihre Unterstützung in Grönland angekündigt.

Europa muss mehr tun

"Europa muss und wird mehr tun, um die Arktis zu sichern." Das erklärte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag in Rom. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte Merz weiter, die beiden Regierungschefs hätten fast täglich darüber gesprochen, wie mit der "schwierigen Frage" Grönlands umzugehen sei, angesichts des US-Vorstoßes, die Arktisinsel zu erwerben.

Meloni spielte ihrerseits Gerüchte über den Gesundheitszustand Trumps herunter. "Er ist der Präsident der USA. Dasselbe hat man schon über Biden gesagt in der Vergangenheit und auch über mich." In einer Demokratie müsse man sich damit abfinden. "Wir sind ja nicht die, die sich die Politiker der anderen Länder auswählen können", fügte Meloni hinzu. Sie hoffe, dass man Trump eines Tages den Friedensnobelpreis verleihen könne, wenn er in der Ukraine für einen andauernden, anhaltenden Frieden gesorgt haben sollte.

Zusammenfassung
  • Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat Grönland im Konflikt mit den USA ihre volle Unterstützung zugesichert und spricht von einer sehr schwierigen Zeit für die Bevölkerung.
  • US-Präsident Donald Trump hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos überraschend eine gewaltsame Lösung im Grönlandkonflikt ausgeschlossen und seine Drohung mit Strafzöllen gegen Dänemark und andere europäische Länder zurückgenommen.
  • Die von Dänemark koordinierte Militärübung 'Arctic Endurance' in und um Grönland mit Beteiligung von Soldaten aus mindestens zehn NATO-Ländern hat begonnen und soll bis zum Jahresende fortgesetzt werden.