Corona: Österreich verhängt Reisewarnung für Kroatien

14. Aug 2020 · Lesedauer 4 min

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Kroatien hat die Bundesregierung eine Reisewarnung ausgesprochen. Sie tritt um Mitternacht von Sonntag auf Montag in Kraft. Dann ist auch ein PCR-Test verpflichtend.

16 der insgesamt 22 Personen, die am Donnerstag in Kärnten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, weisen einen direkten Kroatien-Bezug auf. Alleine dieses Beispiel zeigt, Kroatien hat ein Problem. Und Urlauber bringen Corona damit zurück nach Österreich.

Nun hat die Regierung die Notbremse gezogen und eine Reisewarnung für Kroatien ausgesprochen. Die Reisewarnung tritt um Mitternacht von Sonntag auf Montag in Kraft, wie das Außenministerium mitteilte.

Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, werden dringend aufgerufen heimzukehren. Weitere Details würden derzeit mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, hieß es aus dem Außenamt.

PCR-Test

Ab Montag, 00:00 Uhr, muss bei der Einreise nach Österreich ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Das erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag per Aussendung. "Dieses Gesundheitszeugnis muss einen negativen PCR-Test bestätigen, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf", hieß es darin.

Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssten die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen, teilte Anschober weiters mit. Bis das Testergebnis vorliege, müssten sie in Quarantäne bleiben.

3.000 reiseregistrierte Österreicher in Kroatien

Laut Außenministerium befinden sich aktuell rund 3.000 reiseregistrierte Österreicher im südlichen Nachbarland. Dabei handelt es sich aber wohl nur um einen Bruchteil der Landsleute, die derzeit in Kroatien urlauben. In aller Regel reisen Österreicher mit dem eigenen Pkw an die kroatischen Strände, an eine Reiseregistrierung wird da nur in den seltensten Fällen gedacht. "Wir gehen davon aus, dass sich ein Zigfaches der offiziell Registrierten in Kroatien befindet", hieß es Freitagnachmittag.

Was bedeutet eine Reisewarnung?

Eine Reisewarnung berechtigt zu einem kostenlosen Storno einer gebuchten Reise. Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot. Sollte allerdings eine Rückholaktion aus einer Region oder einem Land durchgeführt werden, wo es eine ausdrückliche Reisewarnung gibt, können die Reisenden an den Konsularkosten beteiligt werden.

Neues Hoch an Infektionen

Kroatien hat am Freitag eine Rekordzahl an Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. 208 Infektionen seien in den vergangenen 24 Stunden erfasst worden, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit. Das ist der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem Land im Februar registriert wurde.

Am Vortag hatte die Behörde 180 Neuansteckungen vermeldet. In den letzten zwei Monaten hatte der Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt.

Kroatien schränkt Öffnungszeiten von Nachtclubs ein

Bereits engeschränkt wurde von den Behörden in Kroatien die Öffnungszeiten der Nachtlokale. Bars und Nachtclubs dürfen nur bis Mitternacht geöffnet sein. Die Behörden räumten ein, dass Nachtlokale und Strandpartys ein Problem darstellen. Bei den 180 Neuinfizierten, die am Donnerstag gemeldet wurden, liegt das Durchschnittsalter bei 31 Jahren. "Ein großer Teil davon, mehr als zwei Drittel, hängt mit Treffen an der Adriaküste zusammen", sagte Krunoslav Capak, Chef des Instituts für öffentliche Gesundheit, im Privatsender Nova TV.

Reisewarnungen für 32 Staaten

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gelten (inklusive Kroatien) Reisewarnungen für 32 Staaten bzw. zwei Teilregionen weltweit. In Europa sind das neben Kroatien und dem spanischen Festland die EU-Länder Bulgarien, Rumänien, Portugal und Schweden sowie Albanien, Bosnien-Herzegowina, der Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, die Republik Moldau, Russland, Serbien, die Türkei, die Ukraine und Weißrussland (Belarus).

Außerhalb Europas warnt das Außenministerium wegen der Pandemie weiterhin vor Reisen nach Ägypten, Bangladesch, Brasilien, Chile, Ecuador, Indien, Indonesien, in den Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Peru, Philippinen, Senegal, Südafrika und in die USA sowie in die chinesische Provinz Hubei.

Abgesehen von der Pandemie warnt das Außenamt außerdem vor Reisen nach Afghanistan, in den Irak, in den Jemen, nach Libyen, nach Niger, Mali, Somalia, in den Südsudan, nach Syrien und in die Zentralafrikanische Republik. Grundsätzlich rät das Außenministerium aufgrund der Coronakrise "dringend von allen nicht notwendigen" Auslandsreisen ab

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe