APA - Austria Presse Agentur

Corona: Italien entwickelt Abstandsmessgerät für Discos

30. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Um den Sicherheitsabstand in der Disco einhalten zu können, entwickelten italienische Ingenieure ein eigenes Abstandsmessgerät.

Nachdem Italien beschlossen hat, im Juli Diskotheken und Tanzlokale im Freien zu öffnen, haben fünf Ingenieure ein Gerät zur Einhaltung des Sicherheitsabstandes in Lokalen entwickelt. Das "Safety Blue Device" genannte Gerät wurde in einer Diskothek im Freien in der lombardischen Stadt Lecco getestet.

Mit Vibration zum Baby-Elefant

Auf einem 600 Quadratmeter großem Gelände trugen es 200 Anwesende. In fünf Stunden wurden 582 "nicht-gefährliche Kollisionen" gemeldet. Das bedeutet, dass Kontakte weniger als drei Sekunden dauerten und somit keine Ansteckungsgefahr besteht. Jedes Mal, wenn sich zwei Geräte unter einem Meter Abstand nähern, beginnen sie zu vibrieren. Die "Kollision" wird anonym aufgezeichnet. Nur die Gesundheitsbehörden erhalten im Fall einer gemeldeten Ansteckung die Identität der Betroffenen.

"Technologie kann Diskotheken und Lokalen in dieser Phase der Pandemie helfen. Man kann mithilfe des Contact Tracings Vorbeugungsmaßnahmen einführen, die unter anderem die Verantwortung der Lokalinhabern im Fall von Infektionen verringert", berichtete Simone Fedeli, Gründer von "IotaLab", der das "Safety Blue Device" entwickelt hat. Das Gerät wurde während des Lockdowns im vergangenen Jahr patentiert.

Österreichisches Produkt schon 2020 entwickelt

Ein ähnliches Gerät entwickelte schon 2020 die Vorarlberger Heron-Gruppe. Unter dem Namen  "Safedi" (im Sinne von "Schütz' dich", Anm.) präsentiert sich das kleine Gerät, das man an die Bekleidung im Brustbereich ansteckt und das blinkt, sobald sich Personen zu nahe kommen. "So weiß jeder Bescheid und kann einen Schritt zurückgehen", erklärte Geschäftsführer Christian Beer im April 2020. Neben dieser Grundfunktion, in der keine Daten aufgezeichnet werden, kann sich der Besitzer eines "Safedi" über die Registrierung einer ID auch für ein "komplett anonymes Kontakttagebuch" (Beer) anmelden. So könne man auch Warnungen erhalten, falls eine Person positiv getestet wurde, mit der man in Kontakt stand. "Jeder 'Safedi' hat einen individuellen Code. Wir wissen nur, welcher 'Safedi' welchen anderen 'Safedi' getroffen hat, sonst wissen wir nichts - nicht wem die 'Safedis' gehören, keinen Ort, keine Uhrzeit", so der Geschäftsführer.

Quelle: Agenturen / pea