Corona-"Fleckerlteppich": Köstinger kritisiert Wien

09. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hält nichts davon, dass Wien Gastro und Hotels erst am 20. Dezember öffnet. Die strengeren Maßnahmen in Wien seien bedauerlich und würden großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Im PULS 24 Interview zu den verschiedenen Öffnungsterminen in den Bundesländern befragt, wollte ÖVP-Tourismusministerin Elisabeth Köstinger vor allem über Wien reden.

Dass Vorarlberg und Tirol mit deutlich höheren Sieben-Tages-Inzidenzen (Tirol: 518,5 - Vorarlberg: 886,7) trotzdem zum schnellstmöglichen Zeitpunkt öffnen sieht Köstinger nicht als bedenklich. Es gebe strenge Auflagen wie 2G-Regel, Testangebot und Kontrollen. Diese seien von den Wirten durchzusetzen, ansonsten droht Verlust der Corona-Hilfen, betonte die Ministerin.

Stattdessen kritisierte sie, dass Wien trotz der bundesweit niedrigsten Sieben-Tages-Inzidenz auf strengere Maßnahmen setze. Das Vorgehen von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sei "nicht hunterprozentig nachvollziehbar", sagte sie und beklagte den wirtschaftlichen Schaden für die Gastronomie und Hotellerie in Wien. Dass etwa Niederösterreich ebenfalls erst drei Tage vor Wien, am 17. Dezember, Gastro und Hotels öffnet, erwähnte sie nicht.

Dabei bekam Köstinger auch Unterstützung von der Präsidentin der Hoteliersvereinigung Michaela Reitterer. Auch sie beklagte die gestaffelten Öffnungen in Wien und forderte, dass sich die Bundesauptstadt an den Corona-Wirtschaftshilfen beteilige.

Michaela Reitterer, die Präsidentin der Hoteliersvereinigung ÖHV, kritisiert im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros die späteren Öffnungen in Wien.

Dass einzelne Bundesländer strengere Maßnahmen verhängen können, müsse man beim Bund akzeptieren, sagte Köstinger. Eine Notwendigkeit zu strengeren Maßnahmen in der Großstadt Wien sieht Köstinger nicht: "Wir haben in den letzten Monaten auch erlebt, dass Wien trotz strengerer Maßnahmen bei den Infektionszahlen wieder führend war", behauptete sie.

In eine ähnliche Kerbe schlug Köstinger bereits im Herbst, als sie behauptete, Lockdowns seien wirkungslos und im Frühjahr habe es trotz Lockdowns mehr als 9.000 Neuinfektionen gegeben. Diese Falschinformation erklärte Köstingers Sprecher auf PULS 24 Nachfrage mit einem "Zahlendreher". Auch im Frühjahr hatte Köstinger Wien wiederholt für seinen strengeren Corona-Kurs kritisiert.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos